Mannheim
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  1. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 84

    424 Das Fasten als Mittel zum Wohltnn. Das Fasten als Mittel zum Wohltun. Von Rabbiner Dr. M. Lewin, Wreschen. Auf Grund eines Bundesratsbeschlusses wird jetzt in unserem Vaterlande über die Kriegswohltätigkeit die staatliche Kon…

  2. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 85

    Der Talmud über die letzten 8 Verse der Thora. 425 um dem Schwaehen helfend zur Seite zu treten, wo Jesajas großes Wort das Leben beherrscht: ״Ist das nicht das Fasten, das ich erwähle? דזלא פרס לרדב לחבלך Fürwahr, brich dem Hungrigen Dein …

  3. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 86

    …l der Ausdruck יחיד (ein einzelner) immer einen Gegensatz bildet zu צבור (Gemeinde von 10 Personen). Nach der Erklärung Raschi’s hätte es im Talmud אחד heißen müssen. Noch viele andere Bedenken werden dort gegen Raschi’s Erklärung erhoben (vgl. d…

  4. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 87

    Der Talmud über die letzten 8 Verse der Thora. 427 Verse müssen besonders gelesen werden. Derjenige, der die vorhergehenden Verse gelesen hat, soll nicht mit j enen die letzten8 Verse zusammenlesen, um nicht das, was Mose geschriebenhat, zu…

  5. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 88

    … bei der übrigen Thora, das von Gott diktierte Wort vor dem Niederschreiben selbst aussprach. Wie wir oben gesehen, hat Maimonides diese letztere Ansicht akzeptiert. Nur liegt nach ihm die Verschiedenheit dieser Verse bloß in dem Umstande, daß sie na…

  6. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 89

    Der Talmud über die letzten 8 Verse der Thora. 429 Es ist merkwürdig, daß diese zweite Ansicht in älterer Zeit allgemein verbreitet gewesen zu sein scheint; denn sie findet sich sowohl bei Philo als bei Josephus. Philo (vita Mosis, Ende) sc…

  7. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 90

    …ede, die erst durch Befeuchten mit einer anderen Flüssigkeit zur Erscheinung kommt. Geschrieben wird mit מי מילין (nach Raschi Galläpfelwasser)2). Die Flüssigkeit, welche diese verborgene *) In dem zu Halberstadt unter dem Titel אדרת אליהו gedruc…

  8. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 91

    Der Talmud über die letzten 8 Verse der Thora. 43! Schrift wieder zum Vorschein bringt, heißt: מיא דנרא (nach Aruch: Saft aus Granatschalen). Der Jeruschalmi (Sabbat 12,4: Gittin 2,3) erzählt: Die Morgenländer sind sehr klug. Wenn einer dem…

  9. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 92

    B 432 Eine Erzählung aus dem Sohar. ist. War dagegen die erste Schrift לשמה geschrieben, so kann, trotzdem diese unsichtbar geworden, sobald sie durch מיא דגרא wieder zum Vorschein kommt, dies so betrachtet werden, als wenn die erste Schrif…

  10. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 93

    Eine Erzählung aus dem Sohar. 433 Geschichte so manchen großen Kriegsgewinns; es gab damals und gibt heute Steinherzen und Basaltseelen — vergleiche den Korn- und Milch- und Gemüsewucher unserer Tage; es gab damals und gibt heute mehr als z…

  11. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 94

    434 Eine Erzählung ans dem Sohar. bezeichnende finden wird. Sie dürfte nicht vielen bekannt sein; denn sie entstammt einem Buch, dessen bloßer Titel schon in weiten deutsch ־jüdischen Kreisen schwer definirbare Empfindüngen weckt, die sie v…

  12. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 95

    Eine Erzählung aus dem Sohar. 435 König hatte einen einzigen Sohn, den liebte er mit der Liebe der Seele und um dieser Liebe willen gab er ihm an Muttersstatt eine eile Matrone, die ihn erziehen und den guten Weg lehren sollte. Trotzdem ver…

  13. 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 96

    436 Eine Erzählung aus dem Sohar. ישראל ihm als Bürgin. Da sie wiederum sündigten, verstieß er sie mit der Heiligen, der Mutter ins Goluß, wie es heißt: ״Und um eurer Frevel willen ward verstoßen eure Mutter“, und sprach: ״Mutter und Kind s…

  14. 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 1

    ^escßurun Oktober 1915 2. Jahrgang Heft 10. Marcheschwan 5676 Optimistische und pessimistische Weltanschauung. Von Dr. Isak Unna, Rabbiner in Mannheim. Durch die Geschichte der denkenden Menschheit zieht sich seit uralten Zeiten der Gegensa…

  15. 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 2

    438 Optimistische und pessimistische Weltanschauung. führung doppelt schlimmen Verwüstungen in den unmittelbar betroffenen Gegenden, die Leiden der Bevölkerung, dazu die Qualen der Verwundeten, das Siechtum der Verkrüppelten, die in manchen…

  16. 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 3

    …timistischer und pessimistischer Weltbetrachtung kann man auch in der Miscbna Aboth II, 14, 10 erblicken. Da fordert R. Jochanan ben Sakkai seine Schüler auf, ״den guten Weg zu bezeichnen, an dem der Mensch festhaiten soll“. LTnd die Palme erringt mit seiner …

  17. 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 4

    440 Optimistische und pessimistische Weltanschauung. gewöhnlichen Sinne meint. Er scheint mit dem ״guten Herzen“ eine Weltauffassung zu charakterisieren, die alles von der guten Seite betrachtet, die dazu neigt, allen Menschen, allen Situat…

  18. 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 5

    Optimistische und pessimistische Weltanschauung. 441 fluß der jüdischen Kultur das stärkste Hindernis für die Verbreitung seiner Anschauungen bildet, und darum wird er nicht müde, das Judentum mit wütendem Eifer zu bekämpfen. ״Es ist als ei…

  19. 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 6

    442 Optimistische und pessimistische Weltanschauung. im Judentum gegeben. Die ungewöhnliche Gegnerschaft Schopenhauers gegen das Judentum aber hat ihre Wurzel in dem genußsüchtigen Pessimismus. ״Genußgier und Pessimismus, sagt ein bekannter…

  20. 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 7

    Optimistische und pessimistische Weltanschauung. 443 zweckentsprechend, über allen Schicksalen des Menschen erhebt sich in seiner Erhabenheit der Gedanke der Pfliehterfüllung: er ist der moralische Stützpunkt, der den Menschen stets aufrech…