Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Erzählung aus dem Sohar. 435 König hatte einen einzigen Sohn, den liebte er mit der Liebe der Seele und um dieser Liebe willen gab er ihm an Muttersstatt eine eile Matrone, die ihn erziehen und den guten Weg lehren sollte. Trotzdem verging er sich in Schuld: der Vater aber strafte ihn und verzieh ihm ganz. Er verfiel wieder in Sünde, da zürnte schwer über ihn der Vater und verstieß ihn aus dem Hause. Aus dem Vaterhause verstoßen, was tat der Jüngling? Anstatt seinen Wandel zu verbessern und des Vaters Wohlwollen zu suchen, sprach er: ״Hat man mich vertrieben aus dem Tempel des Vaterhauses, so will ich in Zukunft nur meiner Sinnenlust fröhnen“. Und so ging er hin und besudelte sich mit den niedrigsten Genüssen und ward nur noch in schlechtester Gesellschaft gesehen. Seine Mutter sah und hörte das alles und verbrachte ihre Tage in Leid und Tränen. Eines Tages sah der König ihre Tränen und fragte sie, wen sie beweine? Da sprach sie: ״Soll ich nicht weinen, da mein Kind, verstoßen aus dem Königshause, in den Quartieren des Elends und Verbrechens sein Leben verbringt?“ Und da sie so eindringlich bat, so sprach der König: ״Um deinetwillen will ich ihn nochmals aufnehmen; aber du bist Bürgin für ihn.“ Sie sprach: ״gern“. Sprach der König: ״Wär’s anders, so würde ich mit großem Gefolge ihn einholen, damit alle Welt wisse, was dem Sohne des Königs gebührt. So aber, soll unsere Schmach bekannt werden, wenn wir ihn aus jenen Lasterhöhlen bei Tage holen? Hat er sich besudelt und herabgewürdigt, so soll er bei Nacht und im Dunkeln unerkannt kommen“. Er kehrte also heim zu seiner Erzieherin; aber schon nach kurzer Zeit fiel er in sein Lasterleben zurück. Was tat nun der König? Er verstieß Sohn und Mutter aus dem Königshaus. Und sprach: ״Entweichet beide und beide traget die Leiden des Goluß. Da ihr beide es erleiden werdet, so weiß ich gewiß, daß dann endlich mein Sohn gebessert dereinst heimkehren wird“. So Israel. Es ist der Sohn des Königs, des Heiligen, gelobt sei er. Er verstieß ihn nach Ägypten; gab ihn in die Hand der Philister, seiner Peiniger; ließ ihn aus dem ersten Goluß ohne königliches Geleit heimkehren und setzte die כנסת