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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 89)
Language
German
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Der Talmud über die letzten 8 Verse der Thora. 429 Es ist merkwürdig, daß diese zweite Ansicht in älterer Zeit allgemein verbreitet gewesen zu sein scheint; denn sie findet sich sowohl bei Philo als bei Josephus. Philo (vita Mosis, Ende) schreibt: ״Wie er (Mose) bereits im Begriffe ist, hinweggenommen zu werden und unmittelbar auf der Schwelle steht, um im Fluge in den Himmel zu enteilen, kommt der Geist Gottes über ihn, und noch lebend weissagt er in Verzückung genau über seinen Tod noch vor dem Tode: wie er gestorben, wie er begraben wurde, ohne daß jemand dabei war, nämlich nicht von sterblicher Hand, sondern von unsterblichen Wesen1), wie er auch nicht im Grabe seiner Ahnen bestattet wurde, sondern ein ganz erlesenes Grabmal gefunden, das kein Mensch je gesehen, wie ihn das ganze Volk einen vollen Monat unter Tränen betrauerte“ usw. (nach der Ubers, von Badt). Und Josephus (Ant. 4,8, 48) sagt: ״Mose entschwand, indem eine Wolke ihn umgab; gleichwohl hat er in den heiligen Büchern geschrieben, er sei gestorben, aus Furcht, man möchte sich unterfangen, zu sagen, er sei wegen seiner hervorragenden Tugenden zu Gott hinübergegangen.“ Über die Bedeutung des Satzes, Mose habe die letzten 8 Yerse בדמע geschrieben, gibt es verschiedene Ansichten. Die gewöhnliche Erklärung, wie dies auch z. B. R. Jakob Emden (in Scheilat Jabez I 33) in Kaschi findet, ist: Mose schrieb diese Verse unter Tränen (so auch Abarbanel). Er weinte vor Schmerz, daß er von dieser Welt scheiden müsse. Man hätte hiernach aber בדמעות erwartet, wie es in der Tat der Münchener Kodex (in B. batra, aber nicht in Menachot) hat, was aber kaum der ursprüngliche Text hatte. Abgesehen davon ist nicht zu begreifen, was diese Angabe, daß die Yerse בדמע geschrieben wurden, eigentlich bezweckt, da ja die Frage, wieso Mose diese ף Diese Darstellung hat Philo wohl einer ihm mitgeteilten Aggada entnommen. Er bemerkt nämlich gleich am Anfang seiner vita Mosis: ״Ich will die Schicksale des Mannes (Moses) mitteilen, wie ich sie teils au3 den heiligen Schriften kenne . . . teils aus den Mitteilungen älterer Leute seines Volkes, welche dem gelesenen Schriftworte immer die mündliche Überlieferung hinzufügten.“

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