Mannheim
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  1. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 40

    !44 Biblische Motive in G-oethes ״Faust“. keit, so ist das wiederum ganz recht, und ich bin deswegen eher zu loben als zu tadeln.“ Die äußere Abhängigkeit im Aufbau der Dichtung wird durch der ״Prolog im Himmel“ so klar zum Ausdruck gebrach…

  2. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 41

    Biblische Motive in Goethes ״Eu-t'. 145 hat er das Ideal der Tat zur nahen Vollendung geführt, das Ideal der Menschheitsbeglückung ahnend empfunden: da trifft ihn der Tod und die Seele enteilt. Die Hölle darf sie nicht empfangen; droben rüs…

  3. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 42

    …blems. Da kam das Zeitalter der Aufklärung und der Humanität, und die führenden Denker Lessing und Herder ebensogut wie Voltaire und Rousseau kämpfen in Schrift und Rede für eine versöhnlichere Auffassung des Menschenschicksals, in seinem Kampf zwi…

  4. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 43

    Biblische Motive in Goethes ״Faust“. 147 der erste, der klar die Notwendigkeit erkannte, seinen Helden von der Hölle zu befreien; er wußte, daß Erkenntnis kein teuflisches, sondern ein göttliches Streben sei. Doch den ־Veg der Gestaltung zu…

  5. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 44

    148 Biblische Motive in Goethes ״Faust“. Buches dichtete, die äußere Form glücklich ausbaute, und, was bedeutungsvollerist, die Idee desbiblischenPrologesübernahm. Nur so war es ihm möglich, daß er ״den in der Faustsage unentbehrliehen Teuf…

  6. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 45

    Biblische Motive in Goethes ״Faust“. 149 der Bibel ausgesprochen: ״Er ist Bildner des Lichts und Schöpfer der Finsternis, Er wirket den Frieden und schafft das Böse“. Hier wird also dem persischen Dualismus mit aller Entschiedenheit Gott al…

  7. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 46

    I;ס Biblische Motive in Goethes ״Faust“. liehe Gedanke der Liebe von Goethe im allgemeinen höher gewertet wurde, und so hat er für den Schluß der Dichtung, für die Erlösung seines Helden, mit Absicht den christlich ausgeschmückten Himmel de…

  8. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 47

    Bücherbesprechtmg 51 ז Bücherbesprechung. Bas Rufen des Zarathustra, der Weisheit letzter Schluß. Von Paul Eberhard!. Verlegt bei Eugen Diederichs, Jena, 1912. Die vergleichende Religionsgeschichte muß, falls sie den Sinn und die Bedeutung …

  9. 1915-03-01 · Heft 3 (März 1915) · page 48

    152 Bücherbesprechung. in Form des abstrakten Monotheismus erhoben. Bei den Indern wird die Existenz des Guten und des Bösen scharf erfaßt, aber nicht bewertet. Beide bleiben als Prinzipien oder Realitäten bestehen, der indische Genius kann…

  10. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 1

    'Tescßurun 2. Jahrgang April 1915 Nissan-Ijar 5675 Heft 4. Als Jude im Felde. Von Harry Levy, Berlin1). Wer einmal einen größeren Marsch gemacht, der weiß esr Für jeden kommt früher oder später der Moment der Ermüdung, wo man zusammenzubrec…

  11. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 2

    154 Als Jude im Felde. sollen, die Schwere seiner Pflichten zu ertragen. Das umgekehrte Verfahren erscheint mir am Platze. Nicht wir bedürfen der Aufmunterung, die wir draußen vor dem Feinde stehen, wo der Kanonendonner eines Weltgeschicks …

  12. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 3

    Als Jude im Felde. 155 da schwebt dem Zuhörer bei uns meist noch eine Frage auf den Lippen: Wie geht es uns als Juden draußen, was macht das Schmerzenskind unseres gemeinsamen Denkens, der Antisemitismus? Nun wohl, ich will erzählen, was ic…

  13. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 4

    156 Als Jude im Felde. stößt mehr ah, als daß sie neue Liebhaber in die Reihen der Antisemiten treiben könnte. Es kommt hinzu, daß all die äußeren Momente, die unsere Stellung bei Vorgesetzten und Kameraden erschweren, mehr oder weniger in …

  14. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 5

    Als Jude im Felde. 157 die Ansteckungsgefahr ist gering. Der Egoist isoliert sich selbst. Sein Gift trifft keinen empfänglichen Boden. Denn, was ich als das Große im Felde empfanden, das ist die Rückkehr zur biblischen Einfachheit unserer S…

  15. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 6

    158 Als Jude im Felde. falsche Beschuldigung müssen wohl auch einmal Zahlen zur Verteidigung dienen. Doch nur kein Prunken mit dem, was uns im Innersten als selbstverständlich gilt. Nicht hierin erblicke ich unser Heil, nicht hiervon erhoff…

  16. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 7

    Als Jude im Felde. 159 Zeitalter der Technik, der Zahl, wo die Statistik den Propheten ersetzt, wo die Hast den eigenen Lebensatem einschnürt, muß der Sinn für die innere Freiheit der Welt mehr oder minder verkümmern. Man erwartet den neuen…

  17. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 8

    160 Als Jude im Felde. begreifen, welch ein Widersinn. Religion ist ganz Ergriffenand Getragensein von der Unendlichkeit.“ Ja, so ists: Dies Gefühl der eigenen Winzigkeit gegenüber der erhabenen Ewigkeit, es ist der Boden, auf dem allein wa…

  18. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 9

    Sprüche XII, 27. 161 fühlt man plötzlich die Riemen schneiden, die Füße brechen, den Atem versagen. Mit instinktiver Kraft regt es sieb in jedem, das unsichtbare Band von neuem zu binden. Man singt. Und wenn es auch im Anfang nur Wenigen ge…

  19. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 10

    162 Sprüche XII, 27. das nicht seltene mischnisch-talmudische ״ הקדsengen, rösten״ an; vgl. z. B. ״ רב ספרא סחריך רישאß. Safrä sengte (für die Sabbatspeise) den Kopf eines Tieres״ Kiddüsehin 41a n. a. m., was auch im Daniel 3,27 als ״ ושער …

  20. 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 11

    Der Psalter Davids im Wechsel der Tage. 163 Der Psalter Davids im Wechsel der Tage1). Von Oberlehrer Dr. Joseph Carlebach. II. Das Judentum ist wie die Welt der Wirklichkeit viel־־ gestaltig und von den verschiedenartigsten Bildungen. Kein e…