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  1. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 55

    …t wohl ein gläubiger Christ das Auftreten eines Mohammed auf solch gemeine Motive zurückgeführt wie der große Freigeist Voltaire. So verstehen denn auch wir es besser als der Verfasser der Pucelle, wenn eine Jungfrau von Orleans sich fühlt als Stre…

  2. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 56

    308 Die Beurteilung des Judentums usw. schäften hat es gewiß nicht eingebüßt. Aber hier hat doch das Leben die Theorie, wenn nicht widerlegt, so doch in ihre Grenzen gewiesen. Wenn vor hundert Jahren begeisterte deutsche Jünglinge ihr Leben…

  3. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 57

    Die Beurteilung des Judentums nsw. 309 leicht die Lostrennung aus dem nächsten Pflichtenkreise zu sittlicher Entwurzelung führt, welch festen sittlichen Halt der Persönlichkeit das Verwachsensein mit geschichtlichem Mutterboden gewährt. Und…

  4. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 58

    310 Eine merkwürdige Analogie. tismus gegenüber darauf berufen, daß eine jede ideale Bewegung, die mit unsauberen Mitteln kämpft, gegen ihre eigenen Grundlagen wütet. Wohl aber kann der ״Nathan“ uns zeigen, wie notwendig man durch unschönes…

  5. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 59

    Eine merkwürdige Analogie. 311 Jahren, im Frühjahr 1912. Hatte bis dahin doch niemand zu vermuten gewagt, daß der große attische Tragiker, der die Dingeder Welt so ganz nur in ihrer wuchtig-ernsten Bedeutung für das Menschenschicksal zu seh…

  6. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 60

    312 Eine merkwürdige Anologie. ist der Text von Ulrich von Wilamowitz-Möllendorf im Verein mit Hunt übersetzt und herausgegeben worden. Nach einer Mitteilung, die er darüber in den ,.Neuen Jahrbüchern für das klassische Altertum“ (Jahrgang …

  7. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 61

    Eine merkwürdige Analogie. 313 ialmudisches Dictum aus. In der letzten Mischnah von Qinim (HI 6) wird der Fall behandelt, daß eine Frau, die eigentlich nur ein Taubenpaar darzubringen verpflichtet war, dadurch, daß sie ein ferneres Paar fre…

  8. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 62

    314 Die Halacha und die Herzenspflichten. bedeutungslos geblieben (לא יצא ממנו דבר לבטלה). Seine Asche lieferte das Postament für den Altar im Hechal, seiner Sehnen (גיו־יין) waren zehn, entsprechend den zehn Saiten der Harfe Davids; sein F…

  9. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 63

    Die Halacha und die Herzenspflichten. 315 Sprüchen im Talmud und Midrasch, und den zahlreichen halachischen Bestimmungen den Nachweis zu erbringen, daß auf die seelische und gefühlsmäßige Durchdringung des Gebets der größte Nachdruck gelegt…

  10. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 64

    Die Halacha und die ETerzenspflichten. 316 Von R. Akiba wird berichtet, um daran den Grad der notwendigen Andacht zu demonstrieren, (denn voraus geht der Satz: המתפלל צריך שיכוון אה לבו לשמים): Wenn er mit der Gemeinde betete, dann kürzte e…

  11. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 65

    …ן, das als Grund für das Sch'malesen angegeben wird, ist auch religiöse Vorschrift. Vgl. פירוש כלבעל ספר הדדים z. St. ף Raschi freilich erklärt: שכשהוא במקום :צניעות חלה עליו איכלת ״ הבללך ולבר בשברin abgeschlossenem Raume befällt ihn in höherem …

  12. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 66

    318 Die Halacha 1and die Herzenspflichten. kommen muß ohne Rücksicht, ob eine Andacht möglich ist. In diesem Sinne heißt es מצות איג׳ צריכות כדנה (Berachoth 13a). Das soll selbstverständlich nicht heißen, wie das von übelwollender Seite aus…

  13. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 67

    Die Halacha und die Herzenspflicliten. 319 Fälle von טרדא דמצוה, in denen die Unruhe eine Folge der Beschäftigung mit einem gottgefälligen Werke ist. Es hätte aber wahrlich keinen Sinn, um der fehlenden Andacht willen eine solche Bestimmung…

  14. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 68

    320 Das Buch Koheleth. .sieht, der wird nicht zu dem Mittel der Kommentatoren*) greifen, um diesen schlichten Worten einen anderen Sinn unterzulegen, sondern wird aus ihnen den Schluß ziehen, daß die Weisen einen hohen Maßstab an den erford…

  15. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 69

    Das Buch Koheleth. 321 sie ist nicht wert, daß man sie lebt oder gar erforscht״ — dies Thema wird behandelt im Palast des Königs und in der Hütte des Bettlers, an der Wiege des Kindes und an der Bahre des Greises; חבל הבל! ,.Koheleth“ ruft …

  16. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 70

    322 Das Buch Kobeleth. Lust und da ein abwehrender nüchterner Blick, so daß der Jubelton in der Kehle stecken bleibt. Der Epikuräer in üppiger Eleischeslust und der Künstler im reich ausgestatteten, mit Sängern und Sängerinnen gefüllten Pal…

  17. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 71

    Das Buch Koheleth. 323 Koheleth beginnt mit dem Ansrufe: ״Was für Vorteil bringt dem Erdens ob n all seine Mühe, die er unter der Sonne sich gibt!‘*' (1,3). Damit ist es ausgesprochen: Wahrer Lohn winkt dem Menschen von hoch oben über dem S…

  18. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 72

    …in sich selbst, in der Gesellschaft und im Staate zugewandt sein. — ״Es muß“ — das hat unser großer Lehrer und Meister, Raschi, herausgefühlt und in seiner Weise in aller Kürze angemerkt. Zu dem Talmudworte: שתחלתו דברי תירה יסדפו דברי תירה ״die …

  19. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 73

    Das Buch Koheleth. 325 Koheleth will also durch die Vereinigung Zweier nicht nur den angreifenden Dritten durch Macht besiegen. Er will ihn durch Gründe überzeugen, damit er der Dritte im Bunde werde und der Bund dadurch als unzerreißbar si…

  20. 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 74

    326 Das Buch Koheleth. Verstand und Gemüt. Gott hat den Menschen in die Mitte der Schöpfung hineingestellt, damit er, der Mensch, den Mittelpunkt bilde in einer aus Gegensätzen sich aufbauenden Natur- und Geschichtswelt. Es ist von Wichtigk…