Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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310 Eine merkwürdige Analogie. tismus gegenüber darauf berufen, daß eine jede ideale Bewegung, die mit unsauberen Mitteln kämpft, gegen ihre eigenen Grundlagen wütet. Wohl aber kann der ״Nathan“ uns zeigen, wie notwendig man durch unschönes Vorgehen die Religion in den Augen derjenigen diskreditiert, auf deren Beifall es uns vor allem ankommen möchte, und wie leicht das unwürdige Verhalten der Träger eines Ringes zum Rückschluß auf die Unechtheit des Steines herausfordert. So gelte denn auch für unsere Arbeit im Dienste des Judentums Lessings Forderung: Es glaube jeder sicher seinen Stein den echten. Es strebe von euch jeder um die Wette, die Kraft des Steins in seinem Bing an Tag zu legen, komme dieser Kraft mit Sanftmut, mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun, mit innigster Ergebenheit in Gott zu Hilf?! Eine merkwürdige Rnalogie. Von Dr. Ed. Biberfeld, Berlin. Noch selten hat ein wissenschaftlicher Fund so großes und berechtigtes Interesse, nicht nur in den Kreisen der Gelehrten, sondern darüber hinaus in den breiten Schichten der Gebildeten, soweit sie mit der Schulbank nicht auch die letzten Beziehungen zum klassischen Altertum gelöst haben, erweckt, wie die Mitteilung von der Entdeckung der Bruchstücke eines dem Sophokles zuzueignenden Satyrdramas *) vor etwa zwei r; Man versteht darunter bekanntlich kleine, das satirische Genre bis an die Grenze der Groteske pflegende Scherzspiele, die man im alten Hellas gern der Aufführung von Tragödien nachfolgen ließ, um die durch die Schicksalshandlung des Trauerspiels bewirkte heftige Seelenerschütterung der Zuschaner vermöge der Kontrastwirkung des heiteren Sujets wieder in die Gleichgewichtslage zurückschwingen zu lassen.