Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das Buch Koheleth. 323 Koheleth beginnt mit dem Ansrufe: ״Was für Vorteil bringt dem Erdens ob n all seine Mühe, die er unter der Sonne sich gibt!‘*' (1,3). Damit ist es ausgesprochen: Wahrer Lohn winkt dem Menschen von hoch oben über dem Sonnenzelte. Von dort grüßt die Menschenseele die wahre Sonnenwelt der Verklärung und der Ewigkeit. So lautet der Anfang des Buches. Das Ende nennt den Herrn der Ewigkeit, dem der Mensch mit Leib und Seele zuzustreben hat, um die Vollkommenheit zu erlangen, die weder vom Szepter der Himmelskönigin beherrscht noch vom Saume des Erdballs begrenzt wird. Den Herrn aller Ewigkeiten, Ihn, deinen Gott, sollst du ehrfürchten und seine Gebote sollst du halten — das ist der ganze Mensch! So lautet das über all die dunklen Wirnisse des Buches Licht verbreitende Ende dieses Buches Koheleth. — Und dieser scheinbar zügellose Lebemann auf dem Königsthron ruft es der Jugend in die Seele: ״Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und laß dein Herz guter Dinge sein in deinen Jünglingstagen und wandle in den Wegen deines Herzens und in dem Anschauen deiner Augen; aber wisse, daß über dies alles der Herr dich werde vor Gerieht führen!‘4 (XI 9). — Dieses ״Aber44 legt der dahinstürmenden, Zeit und Kraft vergeudenden Lebenslust den Zügel an. Wir sehen: nach all der skeptischen Verneinung kommt die positive Bejahung. Es gibt einen einzigen Gott. Von ihm, aus seiner Lehre und nach seinem Gebote hole dir, o Mensch, die Antwort auf die Frage deines Verstandes, hole dir den Frieden für dein geängstigtes Herz und deine bestürmte Seele. Dieses Wogen und Toben in den von Finsternis bedeckten abgrundtiefen Gewässern des Zweifels kommt zur Buhe, sobald der Geist Gottes über den Wassern schwebt. Ein Werk, dessen Anfang und Ende auf höhere Welten und ihren einzigen erhabenen Schöpfer hinweisen, kann auch