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Jeschurun · 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 8-9 (August 1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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320 Das Buch Koheleth. .sieht, der wird nicht zu dem Mittel der Kommentatoren*) greifen, um diesen schlichten Worten einen anderen Sinn unterzulegen, sondern wird aus ihnen den Schluß ziehen, daß die Weisen einen hohen Maßstab an den erforderlichen Grad der Andacht gestellt, daß sie freilich aus der Schwäche des Menschen keinen Hehl gemacht. Es muß hier auch durchaus von einem besonders hohen Grad der Andacht, der erstrebt wurde, die Hede sein. Denn es ist ja ganz undenkbar, daß R. Chija sein Leben lang keine Andacht gehabt. Und der Umstand, daß R. Chija, Samuel und R. Bun von einem ganz bestimmten Vorfall sprechen, beweist, daß es sich um eine Gelegenheit handelte, bei der sie eine ununterbrochene intensive Andacht erzwingen wollten. Wenn das nicht gelang, so ist das in einem psychologischen Gesetz begründet, nach dem eine besondere Anspannung gerade zu einem entgegengesetzten Hesultat führt. Daß eine regelmäßige und andauernde Andacht schwer zu erreichen ist, wird Baba B. 164b als Erfahrungstatsache hingestellt. שלש עברות אין אדם ניצול מהן בכל יום הרהור עברה ועיון תפלה ולשון הרע* Vor drei Sünden kann man sich an keinem Tage retten: Vor unkeuschen Gedanken, mangelnder Andacht und Nachrede.! Das Buch Koheleth. Von Rabbiner Josef Nobel, Halberstadt. Im Buche ״Prediger4‘ werden wir zu Zeugen eines Welt- Unterganges gemacht. Wir vernehmen den Geist der Verneinung, der mit den im Laufe der Zeiten sich herausbildenden Zuständen der Menschengesellschaft nicht paktieren will. Ein grimmiger Philosoph betritt die Kanzel und hält uns eine Predigt, die uns schaudern macht. ״Nichtig ist die Welt, und *) Vgl. z. St. und E. Isak Arama Akeda ed. Pollack Iü S. 17.

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