Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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314 Die Halacha und die Herzenspflichten. bedeutungslos geblieben (לא יצא ממנו דבר לבטלה). Seine Asche lieferte das Postament für den Altar im Hechal, seiner Sehnen (גיו־יין) waren zehn, entsprechend den zehn Saiten der Harfe Davids; sein Fell diente dem Eliahn als Lendenschurz; in das [ linke Horn stieß Gott am Sinai, und dem rechten kommt noch [ höhere Bedeutung zu; denn auf ihm wird Gott dereinst den Ruf ertönen lassen zur Sammlung der Vertriebenen Israels.44 Ist hier der Kontrast zwischen dem lebenden und dem toten Tier auch nicht erwähnt, und ist die Verwendung der einzelnen Organe hier auch eine andere als dort, so darf man aber aus dieser Stelle doch wenigstens so viel entnehmen, daß auch in dem Ausspruche des R. Jehoschua an eine Legende angeknüpft wird, die sich mit anderen um den ״Widder Isaaks4״ gruppierte und die Wertsteigerung des geopferten Tiers gegenüber dem lebenden betonte. Die Haiacha und die Herzenspflichten. Von Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. (Fortsetzung.) 2. Das Gebet• Es ist bekannt, wie viel Angriffe das durch zahlreiche Vorschriften in bezug auf die Zeit, den Inhalt und die Form fest normierte jüdische Gebet von christlich-theologischer und jüdisch-reformierter Seite erfahren hat. Der Nomismus, die seelenlose Erstarrung der religiösen Betätigung hat, so meint man, gerade auf diesem Gebiete, das doch die feinsten Regungen des Herzens auslösen müßte, besonders verheerend gewirkt 1 *). Es kann hier — entsprechend dem Thema, das wir behandeln — nicht unsere Aufgabe sein, aus den vielen Aus- 1J Vgl. u. a. nur Schürer, Gesch. des jüd. Volkes II3 S. 489. ״Nur die notwendige Konsequenz dieser Behandlungsweise war es, daß man schließlich dazu kam, das Gebet zum Dienst der Eitelkeit herabzuwürdigen und es als Deckmantel innerer Lauterkeit zu mißbrauchen.“