Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Halacha und die ETerzenspflichten. 316 Von R. Akiba wird berichtet, um daran den Grad der notwendigen Andacht zu demonstrieren, (denn voraus geht der Satz: המתפלל צריך שיכוון אה לבו לשמים): Wenn er mit der Gemeinde betete, dann kürzte er in ihrer Gegenwart, wenn er aber im stillen Kämmerlein betete, dann ließ er dem Ausdruck stürmischer Hingabe an Gott freien Lauf und bückte sich oft vor Gott und warf sich vor ihm nieder, daß man ihn, den man zu Anfang an der einen Seite des Zimmers gefunden hatte, am Schlüsse auf der anderen Seite traf* 1). (Berachoth 31a). Wie er ״ ביני לבין עצמיunter vier Augen“ seinem Schöpfer gegenüber sich gab, das sollte nicht Gegenstand öffentlicher Schaustellung sein. Im Jer. Berachoth I 1 lesen wir in der halachischen Erörterung darüber, ob man das Schema noch einmal unmittelbar vor dem Einschlafen sagen soll מיל היה דר' שמואל בר נחמני אמר בן ר' שמואל בר נהמני בד הוה נחית לעיבורה הרה מקבל גבי ר' יעקב גרוסה והוה ר' זעיר א מטמר ביני קופייא משמענא היך היה קרי שמע והרה ״ •קרי והזר וקרי עד דהוה שקע מיניה גו שינתיהDas geht aus der Begebenheit mit ft. Samuel bei Nachmani hervor. Als er seine Reise unternahm, um die Kalenderberechnung des Jahres festzustellen, da fand er beiR. Jakob Gerussa Aufnahme; und da versteckte sich R. Sei'ra zwischen den Körben, er wollte hören, wie er dasSch’ma sagen macht וכלזה הטעם אין אכו יכולין להפטר שהרי בזה אכר יכרלין להזהר. Ferner würde nach Tossaphoth eigentlich in der Frage schon die Antwort liegen. Denn die Frage hat ja den Sinn: Weshalb hält man den, der die Tefillin so offen trägt, nicht für einen unbedingt ehrlichen Menschen? Endlich ist ist für diese Erklärung nach der Aussage des Rif nur der Grund aussehlaggebend, daß wegen der Betrüger wir uns nicht hindern lassen würden, das Gebot in weitestem Umfang auszuführen. Allein eben das quälende Gefühl, daß diese offen zur Schau getragene Frömmigkeit von Betrügern mißbraucht wird, ist Grund genug, daß man sich auf das Tragen der Tefillin zur Zeit des Morgengebets beschränkt hat, und es ist das nur ein Beispiel der Zurückhaltung neben den sonstigen oben angegebenen. 1j Daß er das Gebet gekürzt כלפני טרדה צבור, um die Gemeinde nicht zu bemühen, ist ein Zusatz unserer Talmudausgaben, von dem in der Tossefta ELI 7, und anderen Talmudausgaben nichts steht. (Vgl. Rabbinowitz Dikd. Sof. z. St.)