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  1. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 370

    erklärte die Judengemeinde, der Antrag auf neuerliche Erweiterung des Judenbezirkes sei nur ein Schritt zurück in die Barbarei des Mittelalters; damals war das ummauerte Ghetto für die Juden eine Wohltat. Wenn man aber noch im Jahre 1846 je…

  2. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 371

    dem Vorgehen der Behörden gegen die Judenschaft zu äußern und das Prinzip der Gleichberechtigung auch gegenüber den verhaßten Juden hochzuhalten. So gab MUDr.Karl Preßl zu Protokoll, nirgends in Europa gebe es ein Judenghetto mehr, nicht ei…

  3. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 372

    die Prager Zünfteso würden die Juden alle Mietzinse überzahlen, in Bälde die allerbesten Plätze der ganzen Christenstadt besetzen, daraus die christlichen Handels- und Handwerksleute verdrängen und ihnen Käufer und Kunden abspenstig machen;…

  4. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 373

    Die Prager Kaufmannschaft wies namentlich darauf hin, in Breslau sei den Juden der freie Aufenthalt in der Christenstadt erlaubt und die Folge davon sei, daß es jetzt in der ganzen Stadt keinen einzigen christlichen Schnittwarenhändler gebe…

  5. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 374

    eine völlige Emanzipation der Juden von den Christen abzielende Fortschritt der Zeit verlange. Die Befürchtungen wegen der Konkurrenz in Handel und Handwerk suchten die Votanten durch den Hinweis zu widerlegen, es handle sich hier ja nicht …

  6. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 375

    rigkeiten, mit denen eine allgemeine Umquartierung der Judenfamilien aus der Christenstadt in den erweiterten Judenbezirk verbunden wäre, wie übrigens schon die mehrfache Erfahrung aus der Vergangenheit gelehrt habe: die Juden ließen es ste…

  7. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 376

    sich vielmehr dem ablehnenden Gutachten des Magistrats und der Stadthauptmannschaft an, vor allem aus Besorgnis vor der öffentlichen Meinung. Das Gubernium empfahl daher der Hofkanzlei, die Bestimmung über die Umquartierung der Judenfamilie…

  8. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 377

    wurde also provisorisch in der Weise gelöst, daß bis zur Beendigung des Umbaues der genannten vier Häuser jüdische Geschäfte in den Häusern NC. 470-475 und 972 und in den, in das anstoßende Gäßchen gerichteten Hintertrakten der Häuser NC. 4…

  9. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 378

    Gutachten zu erstatten .40 Auch diesmal geschah jedoch in dieser Frage gar nichts. Der Magistrat machte Ende November 1847 darauf aufmerksam, der Bau der Tandelmarkthäuser NC. 500, 501 und 503 sei zwar schon vollendet, aber der Umbau der Hä…

  10. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 379

    aus den Protesten der Prager Handwerker- und Handelswelt vernommen haben, - nur mit dem Unterschied, daß die nunmehrige Rede- und Pressefreiheit eine viel stärkere und aufreizendere Stilisierung ermöglichte. Auf das Ersuchen der Judengemein…

  11. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 380

    übersiedeln .43 Den eigentlichen Anstoß zur Erlassung dieser Magistratskundmachung gab die beim Magistrat eingelaufene Massenpetition von 199 Prager Bürgern dd. 17. April 1848, deren scharf gegen die Juden zugespitzte Fassung mit den konsti…

  12. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 381

    Es scheint, daß das Gubernium damals diese Frage unentschieden gelassen hat. Inzwischen entschloß sich jedoch auch die überraschte Judengemeinde, gegen das unerwartet strenge Vorgehen des Magistrates in der jüdischen Wohnungsfrage zu protes…

  13. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 382

    Begehren entsprochen würde. Die Animosität des Kollegiums der Gemeindeältesten gegen die Juden äußerte sich in dem Gutachten auch darin, daß es dem ganz anständig abgefaßten Gesuch der Judengemeinde „gewöhnliche jüdische Arroganz" zum Vorwu…

  14. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 383

    Der Referent setzte dabei allerdings voraus, der Magistrat müsse wissen, ob die von ihm beantragte Aktion durchführbar sei. Betreffs des oberwähnten Gesuches des akademischen Senates über die Wohnberechtigung der jüdischen Ärzte, Studierend…

  15. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 384

    Der böhmische Landtag, der auch die Judenfrage erledigen sollte, trat allerdings nicht zusammen. Und so war es erst die oktroyierte Reichsverfassung vom 4. März 1849 mit der Verkündung der Emanzipation aller Religionsbekenntnisse, die auch …

  16. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 385

    wiewohl damals die Frage nach der finanziellen Mitgift der Judenstadt noch nicht geregelt war. Das Kollegium der Gemeindeältesten widersetzte sich jedoch auch damals noch dieser Vereinigung und erst nach langen, schwierigen Verhandlungen mi…

  17. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 386

    eventuellen Status quo in dieser Frage zu entscheiden. Er gab Anfang Feber 1852 seine Zustimmung zum Vorgehen des Magistrats gegen die jüdischen Kaufleute in der Christenstadt, aber nur gegen jene, die sich hier nicht schon vor dem Jahre 18…

  18. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 387

    III. DIE AMTLICHEN ENQUETEN ÜBER DIE JUDENEMANZIPATION IN BÖHMEN AUS DEN JAHREN 1834 UND 1837 Die Rechtsgrundlage für die Stellung der Juden in Böhmen bildete zu Beginn des 19. Jahrhunderts das jüdische Systemalpatent vom 8. August 1797. Er…

  19. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 388

    Die zweifellosen Vorteile des Patentes erlitten jedoch eine bedeutende Schmälerung durch die weiterdauernden Beschränkungen, namentlich durch die Gebundenheit an die betreffende Herrschaft, wo die Familie ihren Sitz hatte, durch das Verbot,…

  20. 1933-01-01 · 5 (1933) · page 389

    Name Jude zu jeder Art Bedrückung und Verfolgung berechtigt hätte. Auf das Patent v. J. 1797 übergehend, machten die Bittsteller bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, über 200 jüdische Meister, die nur in Prag allein arbeiteten, hätten …