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  1. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 91 · Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft

    …eder hervorgegangen. Nicht dazu gehörten die Abhandlungen der beiden alten Aufklärer David Fried länder (1750—1834) und Lazarus Bendavid (1762—1832). Friedländer schrieb einige langatmige ,,Briefe über das Lesen der Heiligen Schriften nebst einer Uebersetz…

  2. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 92 · Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft

    schriebenes und mündliches Gesetz“ (S. 472—500) bildet das erste Kapitel seiner ,,Untersuchung über den Pentateuch“ und versucht kurz den Nachweis, daß der ganze Pentateuch, wie er uns heute vorliegt, zu Moses Zeiten noch nicht existiert ha…

  3. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 93 · Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft

    93 Eduard Gans, damals bereits ein hochangesehener Rechtsgelehrter, steuerte drei Beiträge bei. Einen über die .,Grundzüge des mosaisc…

  4. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 94 · Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft

    …tbar. Geradezu wie eine Offenbarung aber wirkte der ausführlichste Aufsatz der Zeitschrift ,,Salomon ben Isaac, genannt Raschi" (S. 277—384), der auch heute noch nicht veraltet ist. Hier war zum ersten Mal eine wissenschaftliche Biographie eines …

  5. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 95 · Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft

    …ziger Literatur-Zeitung, von Becks Repertorium, A. Th. Hartman im biblisch-ästhetischen Wegweiser, der vornehmlich des' Raschi mit Lobeserhebungen gedacht1, ferner den in Paris erscheinenden Journal Asiatique und Revue Encyclopedique. Im Vorwort …

  6. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 96 · Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft

    befunden werden/' Tatsächlich ist die Wissenschaft de Judentums nicht so rasch verschieden, wie Wolf dachte, und daß sie weiterleben konnte, verdankt sie nicht zuletzt der Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums sowie dem-tiefen Erns…

  7. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 97 · Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft

    …ie Krise der Gegenwart ihre Lebenskraft nicht beeinträchtigen zu lassen. Auch heute noch besteht das Wort zu recht, das Zacharias Frankel vor mehr als siebzig Jahren bei der Begründung der Monatsschrift geschrieben hat: ,,Ohne Wissenschaft kein Judentum. Da…

  8. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 98 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    Kräften der Umwelt, der wir innerlich angehören, vermögen wir das Erbgut unserer Religion wahrhaft lebendig und unser Leben bestimmend zu erhalten. Dieser Pflicht ist sich das Judentum der Gegenwart stärker als früher bewußt geworden, auch …

  9. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 99 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    kämpft Goethe gegen die neue Methode der Naturbetrachtung. Im Bunde mit der mathematischen Naturwissenschaft revolutioniert die Technik die Lebensformen, trägt den Geist der Beobachtung, der ,Zergliederung, der Berechnung von der Höhe der F…

  10. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 100 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    Schleier der Maja, der über das Geheimnis des Lebens gebreitet ist. ׳־ Der glühende,, unvergängliche Kern der Wirklichkeit aber die ewig schaffende Macht des Willens. Und hier wird zugleich der ganze Gegensatz der Naturen offenbar. Während …

  11. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 101 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    101 verlustig: Erst ein mit Mythen umstellter Horizont schließt eine ganze Kulturbewegüng zur Einheit ab1/' Der. Mythos erschließt dem titanischen Erleben die Einheit von Religion, Kunst und Philosophie, ist das Symbol der Wahrheit und Tief…

  12. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 102 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    102 Geistes4' täuschen lassen. ,,Lieber sterben, als hier leben, so klingt die gebietende Stimme und Verführung; und dieses ,hier', dies ,Zuhause' ist alles, was sie bis dahin geliebt hatte1!“ So erfaßt Nietzsche die tiefe Tragik seiner Ent…

  13. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 103 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    sie sind nichts als die Stimme des Instinkts* 1. So verbergen wir unsere ganze ,,Fliegen- und Frosch-Armseligkeit“ unter erhabenen Lehren vom Zwecke des Daseins, der Vernunft des Lebens. Aber es ,,ist nicht zu leugnen, daß auf die Dauer übe…

  14. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 104 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    Losgebunden von der Sklaverei der Tradition, von der Macht des Instinkts, von der Fessel des Gefühls, von der Täuschung der Phantasie schwebt der Geist im Unendlichen und sieht Kunst, Metaphysik, Religion versinken.. ,,Wir haben Gott getöte…

  15. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 105 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    105 Geschichte. Doch man wird es begriffen haben, worauf ich hinausgehe, nämlich, daß es immer noch ein metaphysischer Glaube ist, auf dem unser Glaube an die Wissenschaft beruht — daß auch wir Erkennenden von heute, wir Gottlosen und Antim…

  16. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 106 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    י■■?-■'ג־־-ץ־ץ-'^; 106 mit Pfeilern und Stufen, das Leben selber: In weite Fernen will es blicken und hinaus nach seligen Schönheiten —• darum braucht es Höhe! Und weil es Höhe braucht, braucht es Stufen und Widerspruch der Stufen und Steig…

  17. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 107 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    107 Pflichten, sie keine Rechte. Auf der Unfreiheit der Masse baut sich die Herrschaft der Mächtigen auf1. Schwer aber lastet die Herrschaft der Stolzen und Starken auf. den Leibern und Seelen der Unterworfenen. Gut nennen sich die Herrsche…

  18. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 108 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    108 Schroff und hart ist dieser neue Glaube, die Einsamkeit eines granitnen Willens. Der freie Geist hat sich zur Erde zurückgefunden, er will nicht über dem Leben schweben, sondern dem Leben dienen. Mit hartem, klarem Blick aber dringt er …

  19. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 109 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    "109 um sich ein Eingreifen von kurzsichtigen, gutmütigen Händen gefallen zu lassen1/' Die Ideale der Menschheit verurteilen das Dasein, indem sie es verneinen, denn das Dasein ist Wille zur Macht. Die Schwachen und Hilfsbedürftigen schufen…

  20. 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 110 · Zur Religionsphilosophie der Gegenwart

    der Schwachen, um sich oben zu erhalten, ,,Menschlichkeit^, ״Institutionen“ geworden. Der produktive Nihilismus stellt die Natur wieder her und gibt ihr den Sinn — des Seins. ״Schild der Notwendigkeit! Höchstes Gestirn des Seins! — das kein…