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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 2 · p. Seite 96

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 2
Article
Ein hundertjähriger Gedenktag unserer Wissenschaft
Date
1922-01-01
Page
Seite 96 (sequence 8)
Language
German
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befunden werden/' Tatsächlich ist die Wissenschaft de Judentums nicht so rasch verschieden, wie Wolf dachte, und daß sie weiterleben konnte, verdankt sie nicht zuletzt der Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums sowie dem-tiefen Ernst und der Begeisterung ihres Herausgebers Zunz. ,,Mann der Rede und der Tat, hat er geschaffen und gewirkt, wo andere träumten und mutlos hinsanken/' Durch Not und Elend hat die Wissenschaft des Judentums sich hindurchgerungen, aber sie hat sich behauptet und redliche Arbeit geleistet. So viel jeder auch im einzelnen auszusetzen haben mag, es mehren sich die Zeichen, daß ihre Arbeit nicht vergeblich gewesen ist. Die Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums ist in mehr als einer Beziehung richtunggebend für alle jüdisch-wissenschaftliehen Zeitschriften der Folgezeit geworden. Zunächst nach der günstigen Seite. Ihrem Vorbild folgend, haben die jüdisch-wissenschaftlichen Zeitschriften den Kreis ihrer Mitarbeiter nicht eingeengt. Während die der Wissenschaft des Judentums gewidmeten Lehrstätten fast ausschließlich Exponenten bestimmter religiöser Richtungen wurden, haben die Zeitschriften sich über die Parteien gestellt und fast durchweg Anhängern der verschiedenen Richtungen das Wort verstattet. Von Zunz’ Zeitschrift haben sie ferner gelernt, das ganze Gebiet der Wissenschaft des Judentums zu behandeln und keine Frage aus ihrem Bereich auszuschließen. Freilich sind infolgedessen nicht alle Einzelgebiete zu ihrem Recht gekommen; sie hätten in Sonderzeitschriften ihre Pflege finden müssen, aber eine solche Entwicklung verhinderte das tragische Los der Wissenschaft des Judentums. Oft genug hat sich das Schicksal, über welches Zunz klagt, wiederholt. ,,Kein Geld, keine Arbeiter, keine Arbeiten," diese Erfahrung haben die Herausgeber jüdisch-wissenschaftlicher Zeit- Schriften nur allzu häufig machen müssen1. Daraus erklärt sich die Kurzlebigkeit dieser Zeitschriften. Es gibt wohl kaum wieder eine wissenschaftliche Disziplin, die von so zahlreichen gescheiterten Versuchen zur Sammlung der wissenschaftlichen Kräfte zu berichten: weiß. In welcher Form die Sammelschriften auch erscheinen mochten, P Ganz so schlimm steht es mit unserer ״Monatsschrift“ nicht — was die ״Arbeiten“ und die ״Arbeiter“ anlangt. Um so betrübender ist der Fortbestand des ersten der drei Mängel, der uns zu starker Einschränkung unseres Umfangs und zu ״Honoraren“ nötigt, die die Auslagen für das Maschinendiktat nicht decken. Möchten daher die Schlußworte unseres verehrten Herrn Mitarbeiters auf recht fruchtbaren Boden fallen und recht viele unserer Leser veranlassen, der ״Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des• Judentums“ neue Mitglieder zuzuführen!] I. H.

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