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  1. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 68

    68 Dostojewsky nnd die Judenfrage. Völker auszubeuten, sie zu verabscheuen und zu verachten. Das ist die Quintessenz dieses Status in statu. Ausserdem gibt es natürlich noch innere und äussere Gesetze, die diese Idee lebendig erhalten.״ So …

  2. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 69

    Dostojewsky und die Judenfrage. 69 das wahre Wesen der jüdischen Gemeinschaft, religiöse Aufgaben zu erfüllen; aber er verzerrt es gleich wieder, weil er nur dem russischen Volk die religiöse Erlösung zugestehen will. Vielleicht begreift er…

  3. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 70

    70 Dostojewsky und die Judenfrage. menschen besiegen die Welt, indem sie sie vereinigen.“ Nur aus der die Welt bezwingenden Gestalt der Heiligen glaubt er die Judenirage lösen zu können, sie vielmehr zu überwinden. Er entwirft ein allzu rüh…

  4. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 71

    Dostojewskv und die Judenfrage. 71 die Seelenmächte des jüdischen Bewusstseins, den selbst von ihm erahnten religiösen Grundzug des Judentums, die jüdische Sitten- und Gesellschaftslehre: alle Ideen, die es vermocht hätten, ihn aus einem la…

  5. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 72

    … ich sehe — den Ausdruck דרך ארץ in dem an erster Stelle angeführten Sinne, also als ״gute Sitte“ verstehen. So erklärt Maimonides im Mischnahkommentar: הכורת בני ארב.. חבורה מונה בנחת ובמוסר, ähnlich die anderen Erklärer4). Doch scheint mir der Ausd…

  6. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 73

    Das jüdische Bildungsideal. 73 Mischnab in Kiddnsehin behauptet, dass wer Thorahkenntnis und ד״א besitzt, nicht leicht sündige (חיטא), so meint auch R. Gamliel, dass die Beschäftigung mit Thorah und מלאכה ד״א den Gedanken der Sünde (ערן) ve…

  7. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 74

    74 ■»1׳ 11 Das jüdische Bildungsideal. weltliche Beschäftigung allgemein zu verdammen wären. Er meint bloss, dass das hingebungsvolle Sichunt er werfen unter die Lehre Gottes das Joch der Existenzsorgen für den Menschen erleichtere, ja ihn …

  8. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 75

    … dem Studium der Thora uns beschäftigen, brauchen selbst des שמע halber das Studium nicht zu unterbrechen" 12), und der Amora R. Jochauan spricht mit Recht von R. Simon b. J. und seinen Genossen, deren ausschliesslicher Beruf das Thorastudium, i…

  9. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 76

    76 Das jüdische Bildungsideal. R. Meir, R. Jehudab, Abba Saul, Abba Gorjon fordern, dass jeder Vater seinen Sohn ein bestimmtes Gewerbelehre: sie raten nur von gewissen Beschäftigungen ab, die zu jener Zeit als verrufen galten16). Ganz beso…

  10. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 77

    Das jüdische Biidungsideal. 77 Thora19). Es kann nicht zweifelhaft sein, dass Eabbi selber auch diese Ansicht teilte, und die zu Beginn dieser Darstellung angeführte Sentenz seines Sohnes, nämlich R. Gamliel III.: טוב תורה עם ד״א besagt eig…

  11. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 78

    78 Das jüdische Biidungsideal. Kidduscliin 110 im Sinne von ״Kultur״ oder ״Kulturwelt״ gebraucht wird, ist wohl nach Jesajah 45,18 לשנת יצרה geformt, wonach Gott die Welt erschuf, damit sie bewohnt oder kultiviert sei23). Der Gedanke, dass …

  12. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 79

    Das jüdische Bildungsideal. 79 die daher die Fähigkeit einbüssen, vor Gericht als Zeugen aufzutreten25). Mit tiefer Einsicht in den^ Geist und die Ethik der Halachah stellt Raw Sehesckeih in b. Sanhedrin 24 b fest, dass der Grund dieser Bes…

  13. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 80

    80 Das jüdische Bildungsideal. * Kulturarbeit״ in jüdischem Sinne enthalten ist, und die Folge dieser Kenntnisse und Fähigkeiten ist יראה, die wahre Gottesfurcht. Aehnlich wird in dem berühmten Satze R. Pinchas b. Jair’s (Sotah IX Ende) ירא…

  14. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 81

    …e Frau, und dass er mindestens als ebenso leicht der Versuchung erliegend angesehen wird. Was bedeutet also unser Satz? Raschi führt uns auf den richtigen Weg. Er sagt: ,.Die eine fuschtet sich nicht vor der andern'־‘. Meines Erachtens ist hier d…

  15. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 82

    …hoth Erez Israel“ um ein zweifelhaftes Elaborat zu handeln, das von Asulai in Beziehung gebracht wird zu dem Abenteurer Eldad Hadani. Ueberaus schwierig wäre eineRaschistelle Abodah sarah 18 b, in der berichtet wird, dass Beruria, die Frau R. Meirs, ei…

  16. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 83

    …talmudische Ueberlieferung bieten kann, sondern von einer über R. Meir verbreiteten üblen Nachrede berichtet, dass also Raschi die Sache nicht als historisches Faktum erzählt., sondern als eine von Uebelwollenden aufgebrachte Legende, a!9 einen s…

  17. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 84

    84 Die Bedeutung von נשים דעתן קלות עליהן. sein werden. Sulzbach hat einen wertvollen Beitrag zur Ehrenrettung R. Meir» und Berurias geliefert. Was der Talmud an der bekannten Stelle Sabbath 56a sagt: ״Wer da behauptet. David habe gesündigt…

  18. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 85

    Eine Randbemerkung zum Siddur. 85 dem ersten und zweiten (künstlich getrennten) Satz immer noch nicht gelungen. S. R. Hirsch erläutert ״ אותו קראתAlle übrigen Festtage hängen von Bestimmung und Verkündung der Kation und deren Repräsentanz a…

  19. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 86

    86 B ticherbesprechun g. Werk, Einheitlichkeit der Gedanken zu erzielen, wo man nicht einer Partei dient. Bei aller Yerschiedenheit zwischen einem Rabbiner Kuk und Birnbäum eint doch alle Mitarbeiter die Wurzelhaftigkeit im geschichtlichen …

  20. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 87

    Bücherbesprechung. ST halten hat, ist das ״Als ob* ein vertrauter Begriff. Er ist auch Verhältnismassig einfach plausibel zu machen. Wenn mau davon ausgeht, dass ich zunächst nur Bewusstseinsinhalte kenne, dass alle Gegenstände0, die ich sc…