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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 81 (sequence 83)
Language
German
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Die Bedeutung von עליהן einstimmig, während das Verbot unserer Mischnah nach der Lesart von Kan, Koscli (und vermutlich auch Eambam) kontrovers ist, da hiernach K. Simon das Zusammensein eines Mannes mit zwei Frauen erlaubt, also den Grundsatz נשים דעתן ונר׳ bestreitet. Aus dem Verbot des יחרד eines Mannes mit einer Frau folgt, dass der Mann als nicht um einen Deut besser gilt als die Frau, und dass er mindestens als ebenso leicht der Versuchung erliegend angesehen wird. Was bedeutet also unser Satz? Raschi führt uns auf den richtigen Weg. Er sagt: ,.Die eine fuschtet sich nicht vor der andern'־‘. Meines Erachtens ist hier der Ausdruck עליהן durchaus nicht pleonastisch aufzufassen wie in andern ähnlichen Redewendungen z. B. דעתן כטורפת עליהם, דעתן פרדשגת עליהם (Kinim, letzte Mischnah) u. a, m. Sondern עליהן weist, auf das Verhalten der Frauen zu einander hin. Der Satz will etwa sagen: Frauen haben keine Scheu vor einander, sie sind unter einander vertrauter, ungenierter als die Männer. Daher die in Eben haeser 22 nach den talmudischen Quellen zusammengestellten Ausnahmen des Verbotes in solchen Fällen, wo die eine Frau die Indiskretion der andern fürchten muss, wo also der Grundsatz nicht gilt שים דעתן קלות עליהן:. Auch die Stelle Sabbath 33b wird uns nun m. E. rerstündlicher. Dort wird berichtet, R. Simon b. Jochai habe sich mit seinem Söhne vor den Römern verbergen müssen, und seine Frau habe ihn heimlich mit Brot und Wasser versorgt. Als aber die Gefahr grösser wurde, sagte er zu seinem Sohne בשים דעתן קלה עליהן דילמא כצעדי לה וכנליא לן. Darauf flüchteten sie in eine versteckte Höhle. Die obligate Uebersetzung: n Frauen sind leichtsinnig, vielleicht wird man sie quälen, und sie wird uns offenbaren“, ist meines Erachtens anfechtbar. Das sollte ein Beweis für den Leichtsinn der Frauen sein, dass sie Folterqualen nicht widerstehen können? Ueberdies sagt der Talmud ausdrücklich (Kethuboth 32b): ״Hätte man Chananjah, Mischael und Asarjah gegeisselt. dann hätten sie den Götzen gedient“. Wenn das für diese ausgezeichneten Männer gilt, geschweige denn für andere Menschen. Und was die Sache besonders schwierig machen würde, R. Simon b. Jochai sollte, um sein Leben zu

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