Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Rashi 1× ep/1002670
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Die Bedeutung von נשים דעתן קלות עדיהן. 8g wenn überhaupt die Stelle als echt angesehen wird, hier unmöglich eine talmudische Ueberlieferung bieten kann, sondern von einer über R. Meir verbreiteten üblen Nachrede berichtet, dass also Raschi die Sache nicht als historisches Faktum erzählt., sondern als eine von Uebelwollenden aufgebrachte Legende, a!9 einen sogenannten Bilbul. Es ist in der Tat unmöglich anzunehmen, dass Raschi der Meinung gewesen sei, R. Meir sei so verworfen gewesen, dass er, nicht etwa wie König David in der Leidenschaft, sondern kaltblütig sich ein derartiges Verbrechen habe zu schulden kommen lassen, das ״ein to des würdiges Doppelverbrechen an Frau und Schüler״ bleibt, auch wenn man, wie es Sulzbach tut, es in dubio lässt, ob es nach dem Bericht zu einem tatsächlichen Ehebruch gekommen sei, oder wenn man den Bericht dahin erklärt, dass der Schüler im letzten Augenblick die Maske habe fallen lassen, wie es z. B. in dem mir vorliegenden, für Schule und Haus bearbeiteten * Talmudquell, Ausgewählte Sagen und Erzählungen aus dem Talmud״ von Jakob dargestellt wird. Wird doch Kidduschin 81a erzählt: ״R. Meir spottete der Sünder. Eines Tages erschien ihm der Satan in Gestalt eines Weibes auf der andern Seite des Flusses, und da keine Fähre da war, glitt R. Meir an dem ausgespannten Fährseil hinüber. In der Mitte verliess ihn der böse Trieb. Da sagte der Satan: Hätte man nicht im Himmel ausgerufen, seid achtsam auf R. Meir und seine Thorah, dann wäre mir dein Leben keinen Heller wert gewesen.“ R. Meir selbst hatte sich also über die Sünde erhaben gefühlt, wie konnte er es da seiner Frau als Schuld anrecbnen, dass sie die gleiche Meinung von sich hatte? Er selbst hatte Versucher und Tod vor sich gesehen, wie wäre es da denkbar, dass er Frau und Schüler in die gleiche Gefahr gestürzt hätte? Die lichtvollen, von Liebe zur Wahrheit und Wissenschaft und von Verehrung gegen die Geistesheroen der jüdischen Vergangenheit getragenen Darlegungen Sulzbachs werden die dankbare Zustimmung jedes wahrhaften Talmudkenners finden, wie sie vermutlich den sensationslüsternen Geistern, die nicht die Wahrheit, sondern sich selber suchen, ein Dorn im Auge