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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 77 (sequence 79)
Language
German
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Das jüdische Biidungsideal. 77 Thora19). Es kann nicht zweifelhaft sein, dass Eabbi selber auch diese Ansicht teilte, und die zu Beginn dieser Darstellung angeführte Sentenz seines Sohnes, nämlich R. Gamliel III.: טוב תורה עם ד״א besagt eigentlich ganz dasselbe, was im Wahlspruche der ״heiligen Gemeinde״ enthalten ist, die diesen Wahlspruch an Koheleth 9 a (.ראה חיים עב אשד) anlehnte, während R. Gamliel in einem ähnlichen Satze des Predigers (7,11: טובה הבמה עם נהלה) die Bestätigung seiner Ansicht fand20). Ein Zeitgenosse R. Gamliels III, Bar Kappara, hatte sich zu dieser die damalige Judenheit so sehr beschäftigenden Frage, wie folgt, geäussert: ״Der Jähzornige erreicht nichts als seinen Jähzorn; den guten Menschen lässt man die Frucht seiner Handlungen gemessen: wer weder Thorah, noch Mischnab, noch ein Gewerbe (דרך ארץ) besitzt, dessen Umgang verbiete dir durch ein Gelübde“. Es sind das kurze Stichwörter aus einem Vortrage des grossen Aggadisten21), wobei er die einzelnen Punkte sicher des Näheren behandelte und die Frage über דרך ארץ ganz im Sinne von R. Gamliel entschied22). So wird die Frage auch in der anonymen, aber allgemein anerkannten Baraitka (Thoseftha Kidd. IS und Parallelst.) entschieden; ״Des Vaters Pflicht ist, seinen Sohn ללמדו אומנות ein bestimmtes Gewerbe zu lehren״, und die3er Entscheidung werden noch die kräftigen Worte R. Jehudah’s hinzugefügt: ״Wer seinen Sohn kein Gewerbe lehrt, gilt so, als würde er ihn das Räuberhandwerk gelehrt haben“. II. Durch Aneignung von Thorah und Gewerbe kann der jüdische Mensch einen Anspruch darauf haben, zur Kulturwelt gezählt zu werden. Das Wort שוב■, welches in der Mischna 19) Ebenda. Die sonstigen Stellen 3. Aggadah der Tann. II. 489 f. 20) Koheleth r. zu 7,11. 21) Kidduschin 40b f. — דרש ב״ק. 22) Es sei noch bemerkt, dass die Hochschätzung des Gewerbes in der Familie der Patriarchen seit jeher heimisch war. So liest man mehrere Gleichnisse, durch die der grosse Wert von אומגות beleuchtet werden soll, im Namen Rabban Gamliels II.־ (aus Jabne) in Thosseftha Kidduschin 1,11.

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