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  1. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 28

    28 Die Anwendung der Psychoanalyse usw. nie wieder eine solche Untat zu begehen, regt sich in uns das Lustgefühl (die ambivalente Empfindung! s. oben) nach Erneuerung der Untat, das Gefühl der Rebellion und der verpönten Wünsche (s. weiter …

  2. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 29

    Die Anwendung der Psychoanalyse usw. 29 Verfassers einzufühlen, und es ist uns nicht leicht geworden, den Lesern dieser Zeitschrift ein annäherndes Bild von den verschlungenen Kombinationen des Buches zu geben. Lohnt sich die Ausbeute? Wir …

  3. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 30

    30 Die Anwendung der Psychoanalyse usw. haben gesehen, dass schon die Voraussetzungen und die künstlich aufgeworfenen Schwierigkeiten, die Reik im Olfen־ barungsbericht der Bibel findet, keineswegs zutreffen. Doch setzen wir den Fall, sie s…

  4. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 31

    DieJAnwendung der Psychoanalyse usw. 31 der einen ehernen Tatsache: Gott ist Schöpfer Himmels und der Erden, also der grösstdenkbare Fortschritt gegenüber allen heidnischen, babylonischen oder sonst auf Tieranbeterstufe stehenden wilden Völ…

  5. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 32

    82 Die Anwendung der Psychoanalyse usw. weihevoll, erschütternd, erhaben, hoffnungerweckend, mahnend und aufrichtend, und hat Beziehungen zu den bedeutungsvollsten Ereignissen in der Geschichte Israels (vgl. Sachs' Ausführungen im Machsor).…

  6. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 33

    Die Anwendung der Psychoanalyse usw. 33 dies eine Schofarzeiehen so bedeutsam, hätte man es sicher nicht erst für nach Jaum - Kippur, sondern i n den Gottesdienst selbst oder an den Anfang des Tages gesetzt. Und so gehören alle die schönen …

  7. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 34

    34- Tradition. Tradition. Von Dr. Oskar Wolfsberg־, Berlin. In diesem Aufsatz will ich nicht Y0n dem Wert und dem Gehalt der jüdischen Tradition im einzelnen sprechen. Vielmehr soll allgemein der Bedeutung der Ueberiieferung nachgegangen we…

  8. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 35

    Tradition. 85 anzusehen . . Tradition und mit ihr die wahren Priester der Tradition wehren sich gegen das Abrupte, Sprunghafte im Schaffen und wollen zum Ausdruck kommen lassen, was in jungen Systemen an alten Erkenntnissen steckt. Insofern…

  9. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 36

    Tradition. 86 Unser Denken kommt zu andern Ergebnissen: uns sind die Wurzeln der Kultur dauerhaft und saugen für alle Zeiten die Nahrung auf. Es will uns bedeutsam erscheinen, dass das Geschlecht, das am Sinai stand, als דור דעה bezeichnet …

  10. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 37

    Tradition. 37 und zu passender Zeit das Alte mit dem Neuen, verweben. Ich denke z. B. an das alte Universalienproblem der Philosophie1), das auch heute wieder einiges Interesse beansprucht. Eine Wissenschaft, aber auch das Leben ohne die Ba…

  11. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 38

    38 Die Prophetie. Die Wahl Jeremia's ist eine glückliche, vielleicht die einzig mögliche. Nicht nur deshalb, weil die tragischen Schick-־׳ sale dieser übe…

  12. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 39

    Die Prophetie. 39 Gottesbegriff als das in vielhundertjähriger Ent- Wicklung gewordene Produkt des jüdischen Volksgeistes. Es hat nach ihm der jüdische Geist, «seinen Gottesbegriff in rastlosem Ringen geschaffen״, aus dem ,,Innern der Volks…

  13. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 40

    40 Die Prophetiebehauptet. Persönlichkeiten, in welchen der als Anlage bereits vorhandene sittliche Naturtrieb ihres Volkes in’s Geniale gesteigert ist, dann ist es natürlich nicht erforderlich, zum Verständnis ihrer Wirksamkeit die Zuständ…

  14. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 41

    Die Prophetie. 41 Es rächt sich an Auerbach, dass er — ganz und gar Verstandesnatur — die Gefühlsmomente, die auch in der jüdischen Religion ihre grosse Bedeutung haben, weit über Gebühr vernachlässigt. Einmal hat er es richtig ausgesproche…

  15. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 42

    …derselbe Gelehrte a. a. O. ״Den Opferkultus an sich, wenn er von gläubigen Herzen und reinen Händen gebracht wird, will Jeremia ebensowenig wie irgend ein anderer Prophet verwerfen“. Dass in Kap. XXXIX die Zerstörung des Tempels nicht erwähnt wird…

  16. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 43

    …von selbst, dass die prophetische Tätigkeit wieder einsetzte. — Was Auerbach während der 13 jährigen Pause in der Seele Jeremia 3 vorgehen lässt an Zweifeln und Grübeln, ist ein aus der bibelkritischen Theorie hervorgegangenes Phantasiegebilde. Au…

  17. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 44

    …e Absicht, das Niltal dauernd seinem Reiche einzuverleiben, wrornit Jerem. XLII1, 12 aufs Trefflichste harmoniert. Dass Jeremia den Tod Hophra’s Nebukadnezar selber zuschreibt, kann aus dem Texte nicht gefolgert werden; jedenfalls war dieser Tod (…

  18. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 45

    Die Prophetie. 45 richteten Offenbarungen führt Auerbach weiterhin die von Jeremia geweis3agce 70 jährige Dauer des Exils an, weil die Periode des Exils kürzer*) gewesen wäre. Vom Datum der Weissagung a…

  19. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 46

    …können annehmen, dass die strafende Hand Nebukadnezars sie bei seinem Einfall in Aegypten ereilt hat (siehe oben). Dass Jeremia dabei auch an die im äussersten Süden Aegyptens stationierte jüdische Militärkolonie gedacht haben soll; die nach, dem …

  20. 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 47

    …i dieser Frage;,nicht herumkommen. Die unerbittlich schroffe und rücksichtslose Art, mit der die falschen Propheten von Jeremia bekämpft werden, ist ein Zeugnis dafür, dass das prophetische Oftenbarungsbewusstsein nicht ausgeschaltet oder abgeschw…