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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 46 (sequence 48)
Language
German
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46 Die Prophetie. gesetzte Kette von Rückwanderungen erfolgte, über welche wir allerdings nur sehr mangelhaft unterrichtet sind. Dass zur Zeit Jeremias und Ezechiels die exilierten Reste Ephraims sich erhalten hatten, müssen wir nach dem Zeugnis beider Propheten als sicher annehmen. Und die bussfertige Stimmung dieser Israeliten, welche Jer. XXXI. 18—19 hervorgehoben wird, lässt schliessen, dass sie die Möglichkeiten der Rückwanderung nicht unbenutzt gelassen haben. Und nun noch die letzte von Auerbach zitierte ״nicht erfüllte״ Weissagung Jeremias: die in Kap. XLIV 26ff. ausgesprochene Drohung der Vernichtung der ägyptischen Judenschafft. Auerbach beruft sich auf die durch die neuen Funde bekannte Militärkolonie in Elephantine, deren Entstehung er mindestens bis in die Regierung Manasse’s zurückdatiert. Damit erledigt sich aber auch seine Behauptung! Dem gesunden Menschenverstand muss doch einleuchten, dass die Drohung Jeremias sich nur auf die nach der Ermordung Gedaljas nach Unterägypten geflüchteten Judäer beziehen kann, welche der Abgötterei anheimfielen. Diese werden nach dem Zusammenhang des Textes für ihren Abfall mit Vernichtung bedroht, und wir können annehmen, dass die strafende Hand Nebukadnezars sie bei seinem Einfall in Aegypten ereilt hat (siehe oben). Dass Jeremia dabei auch an die im äussersten Süden Aegyptens stationierte jüdische Militärkolonie gedacht haben soll; die nach, dem Zeugnis der Elephantine-Papyri sich frei von Götzen dient hielt, hiesse den Propheten der Ungerechtigkeit zeihen. Facit: Den von Auerbach zitierten Belegstellen gegen den OffenbaruDgscbarakter der prophetischen Weissagungen kann eine schlüssige Beweiskraft nicht zuerkannt werden. Natürlich ist Auerbach völlig im Rechte (nur sagt er damit nichts Neues :), wenn er den Propheten streng vom W alirsager trennt und die Bewährung des Propheten nicht von der unbedingten Erfüllung seiner Weissagungen abhängig macht. Die wesentliche Aufgabe des Prophetismus ist die

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