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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 33 (sequence 35)
Language
German
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Die Anwendung der Psychoanalyse usw. 33 dies eine Schofarzeiehen so bedeutsam, hätte man es sicher nicht erst für nach Jaum - Kippur, sondern i n den Gottesdienst selbst oder an den Anfang des Tages gesetzt. Und so gehören alle die schönen Kombinationen Reiks über Symbolisierung 1and die Ausdeutung einzelner auffälliger Züge und Vorschriften bezüglich der Beschaffenheit des Schofars auch ins Reich der leichtbeweglichen Phantasie, so die Erklärung des Verbotes des durchlöcherten oder gespaltenen Schofars. Kach Reik soll dies den 0 p f e r c h a r a k t e r des Tierhorns betonen. Uns erklärt sich diese Vorschrift natürlicher damit, dass der Ton rein und ungebrochen hervorkommen, oder wegen!ד«ידוד מצוד, um das Gebot mit einem tadellosen und schönen Instrument auszuführen. Wenn Reik wirklich die einzelnen Vor- Schriften so durchgeprüft hat, hätte er auch die seiner Deutung von der hohen Bedeutsamkeit grade des Widders entgegen stehende Vorschrift beachten sollen, denn eine der Vorschriften sagt: Jedes Horn, gleichgilt■ ig von welchem Tiere, darf Verwendung finden, wofern es ein reines, zum Genüsse erlaubtes Tier ist (bis auf das Stierhorn). Aber Reik kümmert sich nur um die Momente, die sich hübsch fügsam in seinen Rahmen hineinpassen lassen, er baut Stein auf Stein seines Luftgebildes, ״Und wenn das Erst’ und Zweit’ nicht war’, das Dritt’ und Viert’ war nimmermehr“. Auf die weiteren Ausdeutungen Reiks,. der schliesslich den Schofar in Verbindung mit dem Schwirrholz der wilden Australier und dessen Verwendung bei den Pubertätsriten bringt, vermögen und brauchen wir hier nicht näher einzugehen, da Reik sich hier ausschliesslich auf den Boden vager Vermutungen und abenteuerlicher Kombinationen bewegt und wir keine Veranlassung haben, ihm dahin zu folgen. Ebenso müssen wir es uns versagen, auf die Reikschen Untersuchungen über den Ursprung der Musik nach dem biblischen Bericht von Jubal, der als Erfinder der Flöte in der Bibel genannt wird (Jubal soll mit Jobei, Widder zusammenhängen usw.) an dieser Stelle näher einzugehen und müssen uns auf eine Andeutung beschränken. (Schluss folgt.) 3

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