Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 43

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 43 (sequence 45)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2293004-2293005--04738-2298019
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Die Prophetie. 48 missfällig war״, und das Volk tat wie die Herrscher, und 80 erklärt es sich von selbst, dass die prophetische Tätigkeit wieder einsetzte. — Was Auerbach während der 13 jährigen Pause in der Seele Jeremia 3 vorgehen lässt an Zweifeln und Grübeln, ist ein aus der bibelkritischen Theorie hervorgegangenes Phantasiegebilde. Auerbach ist, wie wir schon bemerkten, ein Gegner des Mysticismus und möchte in seiner Darstellung des Prophetismus das Moment der Transcendenz vollkommen negieren. Eia ganzes Kapitel hat er dem Nachweise gewidmet, dass bei Jeremia ein Vorhersagen der Zukunft als Offenbarungsm 0 m e n t nicht in Betracht kommen könne, sondern nur eine Art moralischer Gewissheit vorliege, dass der Sünde die Strafe folgen müsse. Um seine Theorie zu stützen, führt er 14 Prophezeiungen an, welche im Buche Jeremia an einzelne Personen gerichtet sind, und wir müssen seine Resultate auf ihre Stichhaltigkeit nachprüfen. — Sechs von diesen Prophezeiungen scheidet er von vornherein aus der Betrachtung aus, weil wir über ihr Eintreffen oder Nicht eintreffen nicht unterrichtet wären. Die 7. Weissagung betrifft (K. XXI, 7} das Schicksal Zedekia’s. Sie ist, so behauptet Auerbach, als unerfüllt anzusehen, weil Zedekia nicht erschlagen, sondern ״nur״, nachdem er die Niedermetzelung seiner Kinder ansehen musste, geblendet und gefangen fortgeschleppt wurde. — Als ob dies Schicksal nicht schlimmer war als der Tod! — Von einer Nichterfüllung können wir nur dann sprechen, wenn wir Wortklauberei treiben und spitzfindig sein wollen; wer die Stelle unvoreingenommen liest, wird bekennen müssen, dass die Prophezeiung in tragischer Weise und restlos sich erfüllte. - Von der 8. Prophezeiung gibt Auerbach zu. dass sie eingetroffen ist (die Verbannung des Joachas). Die 9. wäre dagegen wieder unerfüllt geblieben (K. XXII, 30). Auch hier müssen wir das Gegenteil feststellen: Serubabel sass nicht auf dem Throne Davids, sondern war nur Statthalter; Jojakim, Jojachin und Zedekia waren doch als erbeiügesessene Könige in einem ganz anderen Sinne die Vasallen Babylons! — Von der 10. Weissagung (Tod Chananjas. K. XXVIII, 16—17

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.