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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 28 (sequence 30)
Language
German
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28 Die Anwendung der Psychoanalyse usw. nie wieder eine solche Untat zu begehen, regt sich in uns das Lustgefühl (die ambivalente Empfindung! s. oben) nach Erneuerung der Untat, das Gefühl der Rebellion und der verpönten Wünsche (s. weiter beim Kol-Nidre), daher beten wir für diese verpönte und schwer unterdrückte Regung zu Gott: O vergib uns auch diesen sündhaften Impuls u. 8. w. (Hier kann man schon von Psychopathologie und fixen Ideen sprechen: Wo in aller Welt kommt eine Stelle im Rösch-Haschono-Ritual vor, die um Vergebung für einen solchen Frevel wünsch fleht!) — Aus diesen Gedanken des Totemopfers als Entstehungsursache des Schofars erklärt sich nach Reik, dass ein Loch am Schofar das Horn unbrauchbar mache, da es ein Opfer darstellen soll (?), daher die spätere kabbalistische Auslegung des Schofarblasens als ein Irreführen des Satan, der ihr Ankläger beim gemordeten Gotte werden möchte. Gegen den Einwand: Warum wird ein Widderh 0 r n , und nicht, wie zu erwarten gewesen, ein Stierhorn verwendet? weiss der findige Verfasser auch Rat: Weil das Volk Israel in Palästina Kleinviehhirten geworden sind, da die wasserarmen Steppen Palästinas sich für Rinderzucht nicht eignen. So steht in allen biblischen Erzählungen die Schafzucht an erster Stelle u. s. w. Auch aus der Verwendung des Schofars im Ritual des V ersöhnungsfestes {wo denn? .doch nur als Schluss- Zeichen des Festes nach dem Ausgang des Festes!!) macht Reik ein grosses Paradestück: Es sei nicht nur das Zeichen energischen Zurückwreisens der alten Untat, ihrer Umgültigmaehung, der Aussöhnung mit der beleidigten Gottheit, nein, es soll zugleich auch die Wiederholung der Untat (in Gedanken) sein. ״Wir finden also wieder die Durchsetzung, fast möchte man sagen den Triumph, der bewusst verurteilten rebellischen Regungen, wenn am Ende des grossen Sühnetages, der eben der Sühne für jene alte Sünde gilt (?), das Schofar geblasen wird.“ (ib. p. 227). — Wir haben uns im Vorstehenden bemüht, uns bei den Deutungsversuchen des Schofars in die Gedankengänge des

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