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  1. 1913-01-01 · Heft 1 · p. 1 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschang. Von V. Aptowitzer. In den letzten Jahren bildet die Frage: »ist die Kenntnis der rabbinischen Literatur für das Verständnis des Neuen Testaments nötig oder nicht?« einen Streitpunkt unter den christlichen wissen…

  2. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 2 · Christliche Talmudforschung

    2 Christliche Talmudforschung. Die erstere Ansicht, die auf die Kenntnis der rabbinischen Literatur verzichten zu können meint, macht nicht bloß aus der Not eine Tugend, indem sie die *Misere« der wahrhafterschreckenden Unkenntnis des Juden…

  3. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 3 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschung. 3 der Pietät ähnliches Gefühl, so war man jetzt frei und brauchte sich in der Verhäßlichung der Schwester keine Schranken zu setzen. Wurde früher der Pharisäismus grau in grau gemalt, so war jetzt die Malerei sc…

  4. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4 · Christliche Talmudforschung

    4 Christliche Talmudforschung. mernden Wunsches, die Juden zu bekehren und, was damit eng zusammenhängt, die christliche Judenpolitik zu rechtfertigen. Würden nun diese Forscher aus der rabbinischen Literatur erfahren, daß ihr Urteil über d…

  5. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 5 · Christliche Talmudforschung

    Christliche .Talmudforschung. 5 über das Judentum gerade bei den radikal-liberalen Theologen am schärfsten. Sie wollen gleichsam das, was ihnen an positivem Christentum abgeht, durch positiven und unbedingten Antijudaismus ersetzen. Wir wis…

  6. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6 · Christliche Talmudforschung

    6 Christliche Talmudforschung. »Im Herzen der die Halachah bis in die kleinsten Einzelheiten ausgestaltenden Pharisäer hatte auch die Frömmigkeit ihre Stelle, welche Gott sucht und findet, welche zu ihm mit Liebe und demütigem Vertrauen auf…

  7. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschung. 7 Ja, es ist »zum mindesten ungerechtfertigt.« Aber es ist die allgemeine Methode der christlichen wissenschaftlichen Theol< gie, wie es ihre Praxis ist, Dinge zum Vergleich einander gegenüberzustelien, die nich…

  8. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8 · Christliche Talmudforschung

    8 Christliche Talmudforschung. Bedeutung. Der obige Streit aber der beiden jüdischen־ Schulen dreht sich um eine religiös völlig gleichgiltige und in sich nichtige Frage bloßer Neugier. Ich glaube nicht,, daß ich den Schulen Schammais und H…

  9. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 9 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschuug. 9■ Ethik nichts zu tun, so ist der Vergleich zwischen ihr und Math. 5, 34—35 ebenso berechtigt und hat denselben Sinn wie etwa folgende Gegenüberstellungen. Altes Testament: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst…

  10. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 10 · Christliche Talmudforschung

    10 Christliche Talmudforschung. statiert, daß das Einmaleins philosophisch, die chemische Formel philologisch, das Märchen juristisch, die Zeichnung historisch, die Abhandlung über Braunkohle musikalisch und die Beschreibung des Tintenfisch…

  11. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 11 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschung. 11 wie die in den jüngsten Arbeiten von O. Holtzmann1) und G. Beer2;. Holtzmann beweist durch diese seine talmudischen Arbeiten, daß auch in wissenschaftlicher Beziehung wahr ist, was Zunz inbezug auf die Vorurt…

  12. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 12 · Christliche Talmudforschung

    12 Christliche Talmudforschung. schlägige Literatur überhaupt nicht Während sonst auf allen Gebieten die Kenntnis der Vorarbeiten zum unerläßliehen und selbstverständlichen Rüstzeug der Forschung gehört, ging Holtzmann an seine talmudische …

  13. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschung. 13 nicht gezweifelt und nicht eine »unzulässige Unform« verewigt. Mischnaübersetzung S. 37 wird מצותן, das sie (die Handlungen) betreffende Gebot, übersetzt: wollen sie (die Gelehrten). Das. S. 43 שעברת על דברי …

  14. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 14 · Christliche Talmudforschung

    14 Christliche Talmudforschung. Kleinen zum Großen)« und bemerkt im Kommentar: »קל וחומר schriftgelehrte Formel für den Schluß a miniori ad majus.,. Die Worte sind hier eine Glosse zum Vorhergehenden«!( Der in der erwähnten Mischna angedeut…

  15. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschuag. 15 6, 11 ist, wo es nicht anders bedeuten kann als »kniete nieder.« Das. S. 66 אין צריך לברך למפרע, er braucht nicht den Segensspruch zu sprechen für das frühere, d. h. er braucht nicht das Tischgebet zu spreche…

  16. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16 · Christliche Talmudforschung

    …der, Religiöse Bewegungen, S. 179; Strack, Jesus etc., S: 70 f. 6) Jer. Berachoth 9c, Megillah 75c, Bab. mez. 25a, vgl. Raschi s. v. טפיל. 6) Vgl. S. 18 oben.

  17. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17 · Christliche Talmudforschung

    Christliche Talmudforschung. 17 gleichsam zu erkennen, daß die Gebote Gottes nur dann beobachtet werden müssen, wenn man ihren Zweck kennt1). Daß die Mischna recht hatte, das Herausschälen des Kerns zu mißbilligen, haben ja die Folgen des j…

  18. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18 · Christliche Talmudforschung

    …2 a. *) Vgl. über ihn Strack, Einleitung in den Talmud4, S. 100. *) Sabbat 107 b, Ab. sara 3 b. 4) Baba bathra 8a, Vgl. Raschi z. St. und Sabbat 155b. 6) Baba bathra 16 b oben. ־) Jer. Baba mezia II, 2 (8b m.), Oen. r. XXX, 1, Pesikta, ed. Buber,…

  19. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 19 · Christliche Talmudforschung

    Chris tliche Talmudforschung. 19 »Die Rücksicht auf die Furcht ist derselbe naive Standpunkt wie I 3: Frömmigkeit darf nicht in Gefahr bringen, hier aber ein gesunder Rückschlag gegen die Knechtung des Menschen unter bestimmte Gebetszeiten«…

  20. 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20 · Christliche Talmudforschung

    20 Christliche Talmudforschung. Freude1) kennen und täglich zweimal Gott für die ewige und große Liebe danken, die er ihnen durch Verleihung des Gesetzes erwiesen hat2). Eine andere Frage aber ist es : wie denkt Holtzmann über den gemeinsam…