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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 1
Article
Christliche Talmudforschung
Date
1913-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Christliche Talmudforschung. 17 gleichsam zu erkennen, daß die Gebote Gottes nur dann beobachtet werden müssen, wenn man ihren Zweck kennt1). Daß die Mischna recht hatte, das Herausschälen des Kerns zu mißbilligen, haben ja die Folgen des jüdischen Helle-־ nismus gezeigt. Auch hier hat Holtzmann eine sehr schiefe Auffassung. Er bemerkt zu V, 3: »Diese Formel soll im Gebet nicht gebraucht werden; man begreift das von dem Wort des Paulus aus I Kor. 9, 9 (/.7ן töv ßocov jxzk&i Fürsorge für Tiere scheint Gottes unwürdig. Vom Vogelnest redet Deut 22, 6. 7 und gebietet die Schonung der Vogelmutter; »daß es dir gut gehe und du lange lebest«; es ist also eine ähnliche Segnung hinzugefügt wie beim Gebot, die Eltern zu ehren Deut 5, 16: da erstreckt sich also Gottes Güte tatsächlich auf ein Vogelnest . . . Die Schriftgelehrten der Mischna stehen dem Leben in der Natur fremder gegenüber als Deut Aber verboten wird die Rede, die man ab und zu hört: Jesus spricht es als anerkannte Wahrheit aus, daß kein Sperling ohne den Vater im Himmel zur Erde fällt (Matth. 10, 9 ־= Luc. 12, 6); daß Gott die Raben nährt, steht Ps. 147, 9 wie im Wort Jesu Luc. 12, 24 Matth. 6, 26. Die Mischna wehrt diese Gottesvorsteilung als unwürdig ab.« Die Mischna hätte also die Vorstellung, daß Gottes Güte sich auf die Tiere erstreckt, als unwürdig abgewiesen! Das kann nur der^ür möglich halten, der keine Ahnung hat von der großen Bedeutung, die die Rabhinen dem Tier״ schütz beilegten2). Die Rabbinen, die lehrten, daß der Mensch 1J Jer. a. a. O. Babli a. a. O. 2) Die Stellen bei Hamburger, Real-Encyklopädie I, S. 986 ff; Qrünbaum, Jüdisch-spanische Chrestomatie, S. 2, Anm. 2. Vgl. Perles, Boussets Religion des Judentums, S. 88; Güdemann, Jüdische Apologetik, S. 91 f. Lecky, Sittengeschichte Europas II, S. 136, Anm. 1, bebt hervor, daß »die rabbinischen Schriften sich durch den Nachdruck auszeichnen, mit welchem sie die Pflicht der Milde und des Wohlwollens gegen die Tiere einschärfen. Vgl. noch Güdemann, Erziehungswesen I, S. 182, Anm. 1. und auch Cornill, Das Alte Testa- Monatsschrift, 57. Jahrgang. 2

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