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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 1
Article
Christliche Talmudforschung
Date
1913-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Christliche Talmudforschung. »Im Herzen der die Halachah bis in die kleinsten Einzelheiten ausgestaltenden Pharisäer hatte auch die Frömmigkeit ihre Stelle, welche Gott sucht und findet, welche zu ihm mit Liebe und demütigem Vertrauen aufblickt, der Gott nicht ferne, sondern nahe, für die Gott nicht bloß abstrakte Macht oder ein strenger Arbeitsvogt ist, sondern der Vater im Himmel«* 1). »Man darf nie vergessen, daß in den Entwicklungsformen des Pharisäismus stets das geistige und innerlich religiöse Moment mit inbegriffen ist. Die Männer, die den ungeheuren Bau der talmudischen Kasuistik errichtet haben, waren Männer, die zu ihrem Vater im Himmel beteten, ihn mit diesem Namen anrufend, und die in Herzenseinfalt ihm dienten im Geiste und in der Wahrheit«2;. »Was ich in diesem Buche geschrieben habe, ist im Hinblick auf die Größe des Gegenstandes allerdings dürftig; aber es mag genügen, um eine Idee von dem zu geben, was der Pharisäismus dem Pharisäer bedeutete und zu zeigen, daß die Heiligen und Weisen in Israel, besonders diejenigen, die zu den Schriftgelehrten und Pharisäern gehörten, nicht das waren, als was sie gemeiniglich erwähnt und gedacht werden. Es waren Heilige und Weise, die Gott ehrlich dienten und in der Thora sein volles und vollkommenes Wort fanden«3). »Es ist zum mindesten ungerechtfertigt zu sagen, daß Jesus das, was er sagte, im Sinne von dessen bester Auslegung gesagt haben muß und die Pharisäer das, was sie sagten, im Sinne von dessen ärgster Auslegung gesagt haben müssen«4;. in »Freie Jüdische Lehrerstimme«, I, N. 5, dessen Übersetzung ich hier folge. 1) S. 110. ף S. 89. ״־) S. 340. *) S. 270.

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