Mannheim
Compact Memory
11,088 pages · page 46Sort: oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
19,689
176818892011
  1. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 127 · Josef Süß Oppenheimer

    127 dann brachte man den Jnkulpaten nach dem Hohen-Asperg, der berüchtigten „Fürstengruft", die Christian Daniel Schubart so erschütternd besungen hat. Sowohl in Hohen- Neuffen als auch in Hohen-Asperg wurde er grausam behandelt, um ihn zu …

  2. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 128 · Josef Süß Oppenheimer

    128 Da kein Anwalt ihn freiwillig verteidigen wollte, wurde ihm ein Offizialverteidiger in der Person des Hofgerichtsadvokaten Lizentiat Michael Andreas Mögling in Tübingen gestellt. Dieser war ein braver Mann, aber schlechter Musikant, ind…

  3. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 129 · Josef Süß Oppenheimer

    — 129 That nichts als lediglich ein unverantwortlicher Ratgeber seines Herrschers, ohne offizielles Amt, der weder eine Hofnoch eine Staatsstelle bekleidete, sie auch, nach der Verfassung, nicht bekleiden konnte. Die „Kollegien, Deputatione…

  4. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 130 · Josef Süß Oppenheimer

    130 Voraussetzung, ba% auf denselben der Gesetzesartikel vom Domizil im Rechtssinn anzuwenden sei. Vornehmlich aber habe ein verpflichteter Diener sowohl als ein eingesessenes Staatsmitglied die Pflicht, die Grundlagen des Staates nicht zu …

  5. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 131 · Josef Süß Oppenheimer

    131 rückgängig gemacht, Berichte erfordert und Entscheidungen darauf gegeben. Alles an sich gezogen und in der größten Konfusion traktiert, eine ganz neue Art, Erschleichungen durch Verdrehung oder Entstellung der Wahrheit zu erlangen, eing…

  6. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 132 · Josef Süß Oppenheimer

    132 Beschränkung ihres Ernennungsrechtes, durch Entziehung des Salz-, Handels, durch Aufbürdung eines Schußgeldes von Wildpret und durch Einziehung ihrer hälftigen Rechnungsrestituende, welche er auch in seine Fiskalvergleiche einbedungen, …

  7. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 133 · Josef Süß Oppenheimer

    133 Grundgesetz ist, daß unangetastet bleiben muß den Unterthanen ihre Freiheit und die Verfügung über ihr Eigenthum, dem zugleich die „Deklaration des Tübinger Vertrags vom Jahre 1520" und das Generalreskript vom 28. Dezember 1733 in sehr …

  8. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 134 · Josef Süß Oppenheimer

    134 Prozesse) verordneten iudicio criminali (Kriminalgericht) hierunter, wie auch quoad modum exigendi (über die Art der Hinrichtung) das Weitere bereits per Reseriptum — durch Reskript — intimiren (mittheilen) lassen. Decretum Stuttgart de…

  9. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 135 · Josef Süß Oppenheimer

    135 ihm endlich der Besuch von zwei jüdischen SchrifLgelehrten gestattet. Um jedoch die Unterhaltung mit denselben zu kontrollieren, erhielt der Professor Bernard — ein getaufter Jude — aus Tübingen den Befehl, den betreffenden Unterredunge…

  10. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 136 · Josef Süß Oppenheimer

    …hlechter Trost ... - Süß: „Aeußerlich war ich ein Goi, aber innerlich immer ein Jude. .Mein Großvater ist ja der größte Chasan in Frankfurt a. M. gewesen"'). Unvergeßlich bleibt das Wort, welches Süß einem anderen hochstehenden evangelischen Geis…

  11. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 137 · Josef Süß Oppenheimer

    137 Am 29. Januar 1738 wurde dem Delinquenten auf Hohen-Asperg eröffnet, daß er sich für den nächsten Morgen zur Reise nach Stuttgart bereit halten sollte. Er, welcher nie und nimmermehr glauben mochte, daß man ihn zum Tode verurteilen und …

  12. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 138 · Josef Süß Oppenheimer

    138 die um das Hochgericht aufgestellten Truppen befehligte, die Trommeln rühren. Nun bemächtigte sich seiner der Nachrichter mit seinen Henkersknechten; sie schleppten ihn, der sich verzweifelt wehrte, mit Gewalt unter den Galgen; hier mac…

  13. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 139 · Josef Süß Oppenheimer

    … Er legte die ganze Beichte ab und betete zu dem gebenedeiten Gott mit tiefer Rührung ..." Es war kein Meisterstück von Wilhelm Hauff, daß er, ein Schwabe des aufgeklärten 19. Jahrhunderts, in seiner Novelle: „Jud Süß" den Unglücklichen lediglich als da…

  14. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 140 · Zacharias Frankel

    Gedächtnißrede bei der vom Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Berlin veranstalteten Centenar-Feier im großen Saale der Gesellschaft der Freunde am 1. Oktober 1901 gehalten von Hrof. Dr. Köoff Kchwar?, Rector der isr.-theol. Le…

  15. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 141 · Zacharias Frankel

    141 oder ob er den angedeuteten Zusammenhang gekannt und in Wirklichkeit es geahnt hat, daß mit der Einäscherung des Jerusalemischen Tempels der Libanon seine Pracht verliehen werde, ist eine Frage, die wir um so leichter aus sich beruren l…

  16. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 142 · Zacharias Frankel

    142 das sind die Libanons-Cedern. Trotz der Stickluft des Ghettos konnte das jüdische Volk seinen Geist in der balsamischen Atmosphäre seiner Cedernhaine stählen und stärken; und so sonderbar es auch klingen mag, bleibt es doch buchstäblich…

  17. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 143 · Zacharias Frankel

    143 den Osten errichtet. Die jüdischen Hochschulen verkümmerten zusehends und eilten dem gänzlichen Verfall entgegen, aber es bewährte sich da wieder das alte Trosteswort, daß Gott in Israel keine Sonne untergehen läßt, es sei denn, er hätt…

  18. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 144 · Zacharias Frankel

    144 jedwede Sophistik unmöglich macht, wäre sicherlich eine sehr gewagte, aber wer den talmudischen Geist kennt, kann und wird es nicht bestreiten, daß den Juden des 18. Jahrhunderts zur Aufnahme moderner Bildungselemente die Mathematik wei…

  19. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 145 · Zacharias Frankel

    145 Lehrer auf dem Friedhof in Breslau zur ewigen Ruhe gebettet haben; wir, seine Jünger aus jener Zeit, haben ihm ins erstarrende Antlitz geschaut, wir haben uns feine verklärten Züge tief eingeprägt, und obgleich wir heute nochmals so alt…

  20. 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 146 · Zacharias Frankel

    146 ob man Verwahrung dagegen einlegt, hier in Berlin, sie ist überall zu finden, wo man den Talmud mit pietätsvoller, von Hingebung getragener Liebe, aber zugleich auch mit streng wissenschaftlichem Ernst, mit historischem Sinn, mit kritis…