Mannheim
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  1. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 4

    4 liehen Mitbürgern völlig gleichgestellt, besassen Grundbesitz, erfreuten sich der Achtung seitens der Fürsten und wurden sogar zu öffentlichen Acmtern befördert1). Auch einige Päpste vor Innocenz III. (1198—1216) waren den Juden gewogen; …

  2. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 5

    …ahrt. Ausser seinem Sohne Mose sind es R. Joseph ben Sabara, Menahem ben Simon aus Posquiers, von welchem Commentare zu Jeremia und Ezechiel handschriftlich in der Pariser Bibliothek vorhanden sind, ferner R. Salomo ben Isaak Hannesia aus England;…

  3. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 6

    6 gestorben und begraben sein soll, ist nur eine Sage, die Niemand ernst nimmt 1). B. 1. Qimchi’s Bedeutung als Grammatiker und Lexikograph. Die Wanderung Jos. Qimchi’s nach Narbonne bezeichnet einen entscheidenden Wendepunkt in der Ent- Wi…

  4. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 7

    …rankreich die grammatischen Erstlingsarbeiten der Spanier, der Machbereth des Menahem ben Saruk und die Theschuboth des Dunasch ben Labrat, bekannt wurden. Aber auch diese hätten keinen Eingang gefunden, wenn sie nicht hebräisch geschrieben gewesen wären. Al…

  5. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 8

    8 Jos. Q. selbst giebt ein Urteil über die französischen Gelehrten seinerzeit ab, indem er sagt1): »Die Gelehrten, die in Frankreich und in dessen Nachbarländern leben, beschattigen sich hauptsächlich mit dem Studium des Talmud und mit dem …

  6. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 9

    9 kurz, da das Hebräische die Sprache ist, in welcher der Jude mit seinem Gotte redet1)! Von diesem praktischen Standpunkte aus ist Q. vor allem darauf bedacht, dass die Gebetstücke und Piutim frei von sprachlichen Fehlern sein sollen; wo s…

  7. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 10

    10 ist ungebräuchlich; man setzt dafür das Niphal 1גיורא).— Von anderen Fehlern, die er rügt, erwähne ich einen Ausdruck im Nischmath-Gebete; fast alle sagen darin מקיץ נרדמים, was grammatisch gänzlich falsch ist2). Ausserdem lässt er sich …

  8. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 11

    11 berechtigt uns nicht zu einer Wortbildung, die sich in der h. Schrift nicht nachweisen lässt, man muss genau zwischen biblischem und talmudischem Hebräisch unterscheiden: לשון חכמים לעצמו ולשון מקרא לעצמו ’)• Hiergegen haben sogar Männer…

  9. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 12

    12 durch galt diese Vokalemteilung geradezu als grammatisches Axiom. Verdienstvoll ist auch seine Behandlung der Normalformen für die Nomina. Sein höchstes Verdienst aber besteht ohne allen Zweifel darin, dass er überhaupt zuerst eine volls…

  10. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 13

    13 Sprachvergleichung nicht aus oder ist sie ihm nicht möglich, so gilt ihm der Grundsatz: ״ הסתום מן המפורשUnbekanntes muss aus Bekanntem gefolgert werden“ 1). — Gern erklärt er schwierige Wörter auf Grund der Gesetze, die er über die Cons…

  11. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 14

    14 צלם אינן מן צלמות אע״ם שהם קרובים בעדן, :das Arabische kennt •(1ולא מן צלם ודמות, כי הוא מלשון ערבי, האומרים לחשך צלם Das talmudisehe Idiom beherrschte Jos. Q. völlig; vielfach begegnen wir bei seinen Etymologien Hinweisen auf den Talmud…

  12. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 15

    15 verwirft er sie und stellt seine eigene Etymologie auf; ein Beispiel dafür ist seine Erkl. zum Worte סרבליהון (Dan. 3,21)*); Men ach em b. Saruk, sagt er, hat es mit טלבוש »Kleidungsstück“ übersetzt, die Sprachgelehrten (בעלי הלשון) habe…

  13. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 16

    …ne es thun mussten, ebenso hält er sich von der nüchternen Trockenheit der entgegengesetzten Auslegung fern. Menahem b. Chelbo, Raschi, R. Jos. Qara, R. Samuel b. Mei'r (Rasclibam), R. Jacob Tarn und R. Jos. Beclior Schor; die beiden letztgenannt…

  14. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 17

    Höchstes Ziel ist ihm der Peschat1), der den einfacher^ Wortsinn der Bibel zu eruiren sucht. Dieser ist ihm nur möglich auf Grund einer gediegenen grammatischen Vorbildung2). Qimchi’s Erklärungen sind kurz und bändig; er geht direkt auf sei…

  15. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 18

    …einen Hörern nichts mit einem Zeichen (אות) ausrichten, dessen Eintreffen erst nach Jahrhunderten zu erwarten ist; wenn Jesaja Glauben finden wollte, so musste er ein solches Ereignis Voraussagen, das auch bald nach der Weissagung eintraf1)u. — I…

  16. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 19

    Von der midraschischen Deutung hat sich Jos. Q. doch nicht immer ganz frei gemacht; ein Beispiel hierfür bietet seine Erklärung zu אשת לם־דות (Ri. 4,4); er sagt (ס׳ הגלף S. 77, sv. היה לו לפרש כי לשון ברקים ולפידים אחד, ועל :(ברק כן נקרא דב…

  17. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 20

    20 Pharao, von dem es heisst: ״Fürwahr, ich komme an dich, grosse Schlange, die in ihren Flüssen liegt“ (Ez. 29,3); die Worte »Mose floh vor ihr״ (Y. 3) beziehen sich auf die Flucht des Mose vor dem Pharao: »Und Mose floh vor dem Pharao“ (E…

  18. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 21

    21 מי אביו אס גבור כמלחמות wer ist sein Vater? Ist dieser etwa ein Kriegsheld, so dass man annehmen darf, dass auch der Sohn kriegstüchtig sein wird? — Diese Erklärung ist nüchtern und rein sachlich; so z. B. auch seine Auffassung des Worte…

  19. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 22

    22 das er auf sich genommen hatte״; es heisst nicht: »er opferte sie״, wie man doch nach seinem Gelübde hätte erwarten sollen; denn er hatte gesagt: »was mir entgegenkommt . . . soll dem Ewigen gehören ... ich will es als Ganzopfer darbring…

  20. 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 23

    2 8 •F. dann einen Tag unrein, und dann kann er die betr. Funktionen weiter ausüben; ebenso verhält es sich mit dem, der die מי הנדה sprengt und dem, der sie in einem Gefäss sammelt1)״. Bemerkenswert ist Qimchis Gommentar zum 1. Cap. des Hi…