Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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15 verwirft er sie und stellt seine eigene Etymologie auf; ein Beispiel dafür ist seine Erkl. zum Worte סרבליהון (Dan. 3,21)*); Men ach em b. Saruk, sagt er, hat es mit טלבוש »Kleidungsstück“ übersetzt, die Sprachgelehrten (בעלי הלשון) haben ein bestimmtes Kleidungsstück darunter verstehen wollen, welches סרבל heisst, doch auch dies ist noch nicht das Richtige, das Wort ist vielmehr vom arab. סראביל abzuleiten, welches ״Beinkleid“ bedeutet* 2 3). 2. Qimchi’s Bedeutung als Exeget. Auf Grund seiner reichen grammatischen Kenntnisse, seiner wohlbegründeten Etymologien, seines fast die gesammte jüdische Literatur umfassenden Wissens und seiner allgemeinen Bildung — denn dass er auch der Philosophie nahe stand, beweist er an vielen Stellen, auch in seiner Einleitung zum ס' הגלוי — hat Q. auch in der Exegese Nennenswertes geleistet. Neben der Grammatik war es die Schrifterklärung, mit der er empochemachend in Südfrankreich auftrat. Die südfranzösischen Gelehrten, wtlche sich mit der Schriftauslegung befassten, gefielen sich, wie wir oben (S. 6) schon angedeutet haben, darin, auf dem weiten Spielplatze der Agada und der midraschischen Erklärung der Bibel sich zu tummeln. So R. Mose Hadarschan in Narbonne (s. 0. S. 4), R. Juda b. Mose Hadarschan in Toulouse u. m. A. Von der »einfachen Erklärungsweise“, dem »Peschat“, wie er — allerdings in sehr trockener und nüchterner Weise — in Nordfrankreich gepflegt wurde8), ס׳ הגלוי (ג S. 128 sv. 2) Vgl. Sachs, Zur Sprach- und Alterthumsforschung II, S. 102: ״Im Midrasch wird סרבלין (s. Aruch sv.סרבל) zu einer Fussbekleidung gemacht, was aber falsch ist. Die Erklärung des Aruch, dass es ein Gewand sei (מין לבוש), sowie die des Mussafia, der es, wie die meisten Lexikographen, mit Recht für saraballa, ״die weite Pluderböse“ nimmt, ist offenbar nicht die des Midrasch.“ 3) In Nordfrankreich war der Peschat heimisch geworden durch