Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 11 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2572068-2572096-2572097--3957-2575899
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11 berechtigt uns nicht zu einer Wortbildung, die sich in der h. Schrift nicht nachweisen lässt, man muss genau zwischen biblischem und talmudischem Hebräisch unterscheiden: לשון חכמים לעצמו ולשון מקרא לעצמו ’)• Hiergegen haben sogar Männer wie R. Jehuda Halewi aus Castilien und ßabbenu Tarn gefehlt1 2 3). — Auch die Targumsprache kann nicht ohne weiteres zur Vergleichung mit der hebräischen in grammatischer Hinsicht herangezogen werden: אין התרגום ראיה על 3הריקות כי אין דקות בתרגום). Jos. Q. verfolgt also, wie wir gesehen haben, in seinen grammatischen Studien einen praktischen Zweck. Diesem Zweck entsprechend ist auch die Art und Weise seiner Behandlung der Grammatik. Es war kein origineller, intuitiver Sprachforscher, der, von apriorischen Grundsätzen und Regeln ausgehend, auf spekulativem Wege die grammatischen Erscheinungen zu erklären sucht, er war vielmehr, wie nach ihm hauptsächlich sein Sohn David, ein gewissenhafter Empiriker und Eklektiker; jeder Vorarbeit wurde er in gleicher Weise gerecht, mit der ganzen grammatischen Literatur ist er vertraut und zeigt dies überall in seinen Schriften, er citiert seine Vorgänger fast sämrntlieh und hat sich viel von ihnen — besonders von Chajug und Ganach — angeeignet, bekämpft sie aber auch sehr oft rückhaltlos, wo er anderer Meinung ist. Manchen neuen Gesichtspunkt hat er in seinem System aufgestellt: die Neueinteilung der Vokale in fünf lange und fünf kurze, zu der er jedenfalls durch die Einwirkung des romanischen Sprachidioms veranlasst wurde, sichert ihm einen Ehrenplatz unter den jüdischen Grammatikern. Lange Zeit hin- 1) s. ס׳ הגלוי S. 6 § 4 sv. בשרים. — Vgl. Aboda sara 58 b, von wo der Grundsatz entnommen ist; nur steht dort st. מקרא der Ausdruck תורה. 2) s. ס׳ הגלוי S. 57. —- Das W. פתרון, dessen Bildung Jos. Q. hier für unzulässig erklärt, gebraucht er selbst im Einleitungsgedicht zum ס׳ זכרון, Vers 4. 3) s. ס׳ הגלוי S. 46 § 106 — gegen Rabbenu Tarn gerichtet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.