Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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6 gestorben und begraben sein soll, ist nur eine Sage, die Niemand ernst nimmt 1). B. 1. Qimchi’s Bedeutung als Grammatiker und Lexikograph. Die Wanderung Jos. Qimchi’s nach Narbonne bezeichnet einen entscheidenden Wendepunkt in der Ent- Wickelung der jüdischen Wissenschaft nicht allein für Frankreich, sondern auch für die übrigen europäischen Länder, die im Laufe des Mittelalters ihre geistige Nahrung aus Frankreich holten. Joseph Qimchi ist es gewesen, der die jüdisch-spanisch-arabische Wissenschaft nach Frankreich verpflanzt hat; mit seinem Auftreten in der Provence bricht eine neue Aera für die jüdische Literatur, in erster Linie für die Behandlung der hebräischen Grammatik an. Das Talmudstudium, welches in den französischen und deutschen Ländern seit den Zeiten des Rabbenu Gerschom aus Mainz (um 1040) einen blühenden Aufschwung genommen hatte, erfüllte das ganze geistige Leben der hier lebenden Gelehrten in einem solchen Masse, dass es ihnen geradezu unmöglich war, diese Sphäre ihrer Beschäftigung zu verlassen; diese Talmudgelehrten und neben ihnen die Darschanim, welche in agadischer Weise in öffentlichen Vorträgen die heil. Schrift auslegten, wussten nichts von einer grammatischen Wissenschaft, wie sie in Spanien heimisch war. Dort lebten die Juden inmitten einer Bevölkerung, die anregend und fördernd auf sie einwirken musste, die ihnen ein Vorbild war, das zur Nacheiferung anspornte. Die arabische Sprache war völlig ausgebildet und hatte eine neue Wissenschaft, die Grammatik, erzeugt2). Das Arabische wies ganz von selbst auf eine Vergleichung mit dem Hebräischen ג) Vgl. M. Steinschneider, Catal. der Bodlejana S, 1497 und Dukes bei M. Kreizenach in Zion II, 5602 S. 97. *) Vgl. Einl. zum ס׳ זברון.