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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 8

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 8 (sequence 11)
Language
German
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8 Jos. Q. selbst giebt ein Urteil über die französischen Gelehrten seinerzeit ab, indem er sagt1): »Die Gelehrten, die in Frankreich und in dessen Nachbarländern leben, beschattigen sich hauptsächlich mit dem Studium des Talmud und mit dem der heil. Schrift, so dass sie wohl in deren Verständnis eingedrungen sind, nicht aber in die Sprachgesetze (שמוש הלשון). Manche Thoren unter meinen Landsleuten (d. h. den Franzosen) behaupten sogar, dass die Grammatik überhaupt keine Wissenschaft sei, so dass man auf diese Leute das Sprichwort anwenden kann: Wer ein Handwerk nicht versteht, verachtet es. Grammatische Werke sind ihnen auch noch nicht in die Hände gekommen: sie besitzen blos den Machbereth des Menachem, die Erwiderungen des Dunasch2), sowie die Entscheidungen (הכרעות) des Rabbenu Tarn hierzu, in denen Menahem unterstützt wird; doch was man erst unterstützen muss, das steht nicht fest — das Wahre und Richtige braucht keine Stütze.“ Joseph Q. betrachtete es als eine hohe Aufgabe, in seiner Heimat grammatisches Wissen nach Kräften zu verbreiten. Wir müssen, sagt er3), die Gesetze der hebr. Sprache unbedingt zu erkennen suchen, schon aus dem Grunde, weil wir sehen, dass auch die Sprachgelehrten anderer Völker es mit ihrer Sprache genau nehmen und bestimmte Regeln aufstellen, um fehlerfrei sprechen zu können. Man pflegt sogar die Sprachwissenschaft höher als alle anderen Disciplincn zu stellen; die christlichen Gelehrten nennen diese Wissenschaft grammatica, die arabischen אלנחו, was soviel bedeutet als das hebr. צחות הלשון. Und wenn schon andere Völker einen so hohen Wert auf die Grammatik legen, um wie viel mehr haben jüdische Gelehrte diese Pflicht, da doch die heilige Thora in hebr. Sprache geschrieben ist, da die gottesdienstlichen Gebete und Gesänge hebräisch abgefasst sind, נ) Einl. zum ס׳ הגלוי S. 3. י) s. S. 5. 8) Einl. zum ס׳ זברון.

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