Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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7 hin, und nach dem Muster der arabischen Sprachwissenschaft entstand bald eine hebräische Grammatik, die in R. Juda Chajug und R. Jona Ganach ihre bedeutendsten Vertreter fand. Zu einer Zeit, als in Frankreich noch tiefes Dunkel in dieser Beziehung herrschte, war in Spanien die hebräische Grammatik bereits zu einer vornehmen Wissenschaft geworden. Es dauerte geraume Zeit, bis in Frankreich die grammatischen Erstlingsarbeiten der Spanier, der Machbereth des Menahem ben Saruk und die Theschuboth des Dunasch ben Labrat, bekannt wurden. Aber auch diese hätten keinen Eingang gefunden, wenn sie nicht hebräisch geschrieben gewesen wären. Alle anderen grammatischen Arbeiten der Spanier waren in arabischer Sprache verfasst und darum nur für die arabisch redenden Juden verständlich. ״Diese Bücher schrieb er (Jona Ganach) arabisch, in der Sprache cles Volkes, in dessen Mitte er wohnte; und so pflegten es die meisten Geonim und Gelehrte zu machen, überall in den arabischen Ländern; denn das Arabische ist eine wortreiche Sprache, mit Hilfe deren man sich äusserst korrekt auszudrücken vermag, was vermittelst der hebräischen Sprache weniger leicht möglich ist; der Wortschatz der heil. Schrift reicht hierzu nicht völlig aus. Ausserdem aber verstellt der grösste Teil der gewöhnlichen Leute dasHebräisclie nicht, das Arabische dagegen kennen sie, und aus diesem Grunde hat man das Arabische als Schriftsprache gewählt. Da aber die Söhne der Diaspora in Frankreich und in den übrigen romanischen Ländern das Arabische nicht verstehen, waren ihnen jene Werke — die des Chajug und Ganach — wie die Worte eines versiegelten Buches, und sie wurden ihnen erst durch die Übertragung dieser Werke in’s Hebräische zugänglich.״ So sagt Juda Ibn Tibbon1) und erklärt damit den Mangel an sprachwissenschaftlicher Bildüng bei den nichtspanischen Juden. l) V01־w. zur tibbonidischen Uebersetzung von Ganach’s Rikma, ed. Goldberg S. II.