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  1. 1876-01-01 · 1876 · page 56

    …ythagoreer Vorgange geradezu für das Böse, während hei plato nur Andeutungen dieser Vorstellung und noch schwächere hei Aristoteles sich finden, plotin muss das Böse der Materie zuschreihen, da die Seele vermöge ihrer höheren Natur vom Bösen frei ist …

  2. 1876-01-01 · 1876 · page 57

    53 wackere Weib» (אשת חיל : Spr. 317 10) bedeute demnach eine besonders günstige Materie, d. h. eine natürliche Anlage des Körpers, die den Anforderungen der Sittlichkeit sich leichter füge1). Das Böse habe also dieselbe Quelle wie das Uebe…

  3. 1876-01-01 · 1876 · page 58

    54 Viertes Kapitel. Die bestimmte Beziehung der einzelnen Seelenkräfte zum sittlichen Leben. MAIMONIDES will zuerst von dem Verhältnis der einzelnen Seelenvermögen zu den sittlichen Handlungen sprechen. Gleichhedeutend mit …

  4. 1876-01-01 · 1876 · page 59

    55 Was sodann das Denkvermögen betrifft, so herrsche darüber eine gewisse Unsicherheit 1). M. entscheidet sich dafür, dass׳ Gesetzesbefolgung und Gesetzesübertretung auch bei diesem Theile der Seele &p£7m%׳rj vom sittlichen Handeln ausschli…

  5. 1876-01-01 · 1876 · page 60

    …ildeten Schriftstellern sich findet (bachja, EM. zu Hpfl. S. 4 und abr. ibn ESRA in Jes. mora VII und zu 2 Mos. 20, 1). nachmanides in seinen Einwürfen zu Geb. 1 ist noch darüber verwundert und weist darauf hin, dass simon kahira in der EM. zu s. Hala…

  6. 1876-01-01 · 1876 · page 61

    …. 51, A. 4) angeführten von Alexander VON apbrodisias herrührenden Auffassung. Ihm zufolge ist der vous nicht, wie nach Aristoteles, von der übrigen Seele getrennt und von aussen hinzugekommen, sondern ursprünglich nur eine Anlage, vo.De 6X1x0? xal cp…

  7. 1876-01-01 · 1876 · page 62

    58 z. B. Massigkeit1), Freigebigkeit, Rechtschaffenheit, Sanftmuth2), Be־ scheidenheit3) Genügsamkeit4), Tapferkeit5) und andere. Die Fehler (Laster) in diesem Gebiete bestehen in einem Zuwenig oder Zuviel. — Anders ist es im Bereiche des E…

  8. 1876-01-01 · 1876 · page 63

    59 also das menschliche Handeln dadurch, dass es die Verwirklichung des Guten zum Gegenstände hat. Es genügt aber nicht, dass das Gute oder gesetzlich Gebotene geschieht und das Böse oder Verbotene unterbleibt. Es muss noch Etwas hinzukomme…

  9. 1876-01-01 · 1876 · page 64

    60 Die Wahl oder der eigne Entschluss heim Handeln muss nach M. auch hinsichtlich des beabsichtigten Zweckes sittlich sein; mit der äussern Handlung muss im Innern des Menschen eine entsprechende Gesinnung sich verbinden. Das Gute muss um d…

  10. 1876-01-01 · 1876 · page 65

    … haben 6r. und seine genannten Nachfolger sich in der künstlerischen Ausführung eines Gleichnisses überboten, das schon Aristoteles {NE. X, 1) in aller Kürze angedeutet hatte: 810 TraiSsuouci too? veöds 01<m£0vTss (steuernd, lenkend) rjoov-fj *cd XuTT…

  11. 1876-01-01 · 1876 · page 66

    …den Gegenstand behandeln und die Uebereinstimmung der Philosophie und der Offenbarung in dieser Materie nach weisen 2). MAIMONIDES hat seinem Vorsatze gemäss in der Einleitung Abschnitt VIII und im Gommentar m Äbot die menschliehe Willensfreiheit ein…

  12. 1876-01-01 · 1876 · page 67

    68 A. Es giebt keine Bestimmtheit und keine Bestimmung für den Menschen in Betreff des Sittlichen. I. Eine Bestimmtheit des Menschen in sittlicher Hinsicht anzunehmen, ist unzulässig. 1. Eine Bestimmtheit nämlich wäre es erstlich, wenn dem …

  13. 1876-01-01 · 1876 · page 68

    64 meistern, so lässt uns M. darüber nicht in Zweifel. Belehrung, Anleitung und Gewöhnung macht er in seinen hierbei gegebenen Beispielen namhaft. — Hierauf führt im Grunde auch die Darstellung des Gegenstandes in seiner späteren Bearbeitun…

  14. 1876-01-01 · 1876 · page 69

    65 Disposition durch Anlagen werden also als sittenbildend äusserer Einfluss und eigne Entschliessung sowie empfangene Belehrung, zu denen eine befestigende Gewöhnung hinzutreten müsse, um einen bleibenden Erfolg zu gewähren, namhaft gemach…

  15. 1876-01-01 · 1876 · page 70

    …chen Abstammung des Wortes abgesehen. ף S. Mor. III, 17, Ansicht 5. 2) Hierbei ist schon an plato (oben S. 5, A. 4) und Aristoteles (s. ausser den bereits angeführten Parallelen: NE. III, 1. 8. 7) zu denken. 3) Tibb. nach Cod. 78: שיטהו לצד מעלה או לצ…

  16. 1876-01-01 · 1876 · page 71

    wenn gewisse Handlungen, Wissenschaften und Eigenschaften für den Menschen durch eine Veranlassung ausser ihm unvermeidlich wären1). Ebenso hätten Lohn und Strafe unter den Menschen 2) wie von Seiten Gottes keine Berechtigung; namentlich wä…

  17. 1876-01-01 · 1876 · page 72

    68 für den Gehorsam, Strafe für die Uebertretung fest, verpflichtet uns zum Lehren und Lernen (5. Mos. 11, 19; 5, 1) und setzt bei ihren Geboten die Vorkehrungen zur Erhaltung des Lebens voraus (z. B. 5. Mos. 22, 8; 20, 5; 2. Mos. 22, 26; 5…

  18. 1876-01-01 · 1876 · page 73

    6§ schaffenheit der Luft, jenem Aussprache zufolge, der Bestimmung Gottes allein Vorbehalten1). Dass aber alles gesetzliche und gesetzwidrige Leben der Wahl des Menschen anheimfalle, besagt der angeführte Satz in Ueberem־ Stimmung mit den A…

  19. 1876-01-01 · 1876 · page 74

    70 Gott hat uns geistig mit der Freiheit des Willens ebenso ausstatten wollen, wie körperlich mit aufrechter Haltung, breiter Brust, Fingern. Eine Stelle unweit des Anfangs der h. Schrift lehre bei richtiger Deutung schon die Willensfreihei…

  20. 1876-01-01 · 1876 · page 75

    Gebornen Abtrünnige und Fromme, Tugendhafte und Böse sein, so wäre dies doch nur die Vorherbestimmung einer ohnehin eintretenden Thatsacbe, die keinen Einzelnen zwänge, gerecht oder böse zu sein. Ebenso ist der vorher verkündete Götzendiens…