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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 62

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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IRI
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58 z. B. Massigkeit1), Freigebigkeit, Rechtschaffenheit, Sanftmuth2), Be־ scheidenheit3) Genügsamkeit4), Tapferkeit5) und andere. Die Fehler (Laster) in diesem Gebiete bestehen in einem Zuwenig oder Zuviel. — Anders ist es im Bereiche des Ernährungsvermögens und der Einbildungskraft. Da sprechen wir wohl von einer guten und schlechten Verdauung, von richtiger und falscher Vorstellung, nicht aber von Tugend und Laster.- Es liegt uns nunmehr ob, den Begriff des sittlichen Handelns nach M. näher zu bestimmen. Es stehen uns zu diesem Behufe zerstreute Aeusserungen und zusammenhängende Darstellungen desselben zur Verfügung. Fünftes Capitel. Begriff des sittlichen Handelns. Gut und Böse bilden, wie wir gesehen haben6), den Gesichtspunkt aller ethischen Feststellung und Beurtheilung, sittlich wird im Guten und Bösen, dem Gegenstände der Ethik, bestehen, hier also zutrifft, was M. vom Denkvermögen und am Schlüsse des Abschnittes von der Verdauung und Einbildungskraft sagt. Wohl aber geben die Sinne der opejjig den Gegenstand und sind sie insofern in deren Dienst bei der Entwickelung der Tugenden. Das Letztere hätte M. nun freilich auch vom Denkvermögen wie von der Einbildungskraft (dem Vor st ellungs vermögen) sagen können, und er sagt es auch Mor. II, 4; hier aber wollte er nur die sittliche Bedeutung des Empfindungs- Vermögens einschränken, nachdem er demselben hinsichtlich der sittlichen Handlungen einen gleichen Bang mit dem Begehrungsvermögen eingeräumt hatte. x) כלומר יראת חטא hei Tibb. ist Zusatz. 2) יאלחלם was Tibb. selbst in Perak. IV durch סבלנות wiedergiebt. abist. NE. 1,13 führt drei der hier genannten ethischen Tugenden als Beispiele an: Freigehigkeit (iXeü&epioTT)?), Mässigkeit (atocppoauv׳^) und Sanftmuth (durch das Beispiel des Sanftmüthigen, 7rpaos). M. hält sich hier aber nicht ängstlich an die daselbst vorkommenden Beispiele des A., sondern folgt auch eigner Eingebung und anderwenigen Beminiscenzen, wie ihm denn hier offenbar auch NE. VI, 8 ff. für die diaiioetiscben und II, 7 für die ethischen Tugenden vorschwebte. / 3) י^תלאצע von tibbon selbst in Perak. IV mit ענוה übersetzt. Das hier gebrauchte שפלות Ist um so weniger richtig, als שפלות הרוח hei T. in Perak. IV eil Zuwenig, also keine Tugend ist; denn das hierbei berechtigte Uebermasz (ieot I, 5; II, 3) kommt an unserer Stelle nicht in Betracht. והוא שקראו חכמים עשירות באמרם איזהו עשיר השמח בחלקו(4 י׳ bei' tibbon ist Zisatz. 5) Das hier folgende והאמונה (in neuern Ausg. fehlerhaft האמונה)nur hei tibbon. 6) Oben S. 36 und 52 f.

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