Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 70

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 70)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2720904-2720961--069-2723011
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

66 Beide Arten von Bestimmtheit, fährt M. fort, giebt es für den Menschen nicht. Unsere Lehre1) stimmt darin mit den griechisehen Philosophen2) überein, dass, wie es auch überzeugende Beweisgründe darthun, dem Menschen sittliche Freiheit zukomme, ein Bestimmendes aber von aussen her auf seine Handlungen nicht einwirke — wenn man die mit dem Temperament zusammenhängende Anlage ausnehme, die auch nur Manches ihm schwerer oder leichter mache — ein Zwang also zu Tugend und Laster für den Menschen durchaus nicht bestehe3). Diese Anschauung liegt allen Geboten und Verboten unserer Lehre zu Grunde, welche ja nichtig wären, wenn der Mensch keine Wahl in seiner Handlungsweise hätte 4). Alles Lehren und Lernen sowie alle Aneignung von Kunstfertigkeiten wäre überflüssig, Marseille (Briefs. 7a Br.; Köbez II, fol. 25a) erklärt M.: Kein griechischer Denker hätte so Etwas gelehrt. Kasdäer und Chaldäer (s. munk, Guide III, 289, 2), Aegypter und Kanaaniter hätten diese Affcerweisheit zum Glaubensinhalt gehabt. Die griechischen Philosophen hätten sie zu widerlegen sich angelegen sein lassen (so plotin, hierin übereinstimmend mit den meisten Stoikern; s. zeller, BMI. d. Gr. III 2, 2 S. 507 f.) und ebenso die persischen Gelehrten. — Vgl. zu AJbod. sar. III, 7, wo M. zugleich über die Täuschungen mit astrologischen Amuletten wie zu Besuch. IV, 9 und zu ChuTl. II, 8 sich ausspricht. Auffallend ist die richtige Ableitung von טלסם (Talisman) zu Besuch. IV, 9 aus dem Griechischen (TeXeajAa), während bei der arab. Pluralform טלאסם zu Ab. sar. III, 1 und ChuTl. II, 8 das Wort für ein arabisches erklärt wird. Vielleicht hat M. an diesen Stellen von der ursprünglichen Abstammung des Wortes abgesehen. ף S. Mor. III, 17, Ansicht 5. 2) Hierbei ist schon an plato (oben S. 5, A. 4) und Aristoteles (s. ausser den bereits angeführten Parallelen: NE. III, 1. 8. 7) zu denken. 3) Tibb. nach Cod. 78: שיטהו לצד מעלה או לצר חסרון אלא אם יהיה הכנה מזגית לבר כמו שבארנו שיקל לו בה ענין או יכבד׳ אבל שיתחייב או יהיה נמנע אין זה כלל¬ 4) Aehnlich in dem angeführten Sendschr. nach Marseille (Briefs, fol. 9a; jKöbez II, p. 26 a) und Mor. III, 17 gegen Ansicht 3 das. — Im Zusammenhänge hiermit heisst es in Bescheid 97 des Köbez I, fol. 20 a: Der Schluss der bekannten Morgenbenedeiung והערב נא dürfe nicht lauten: ^המלמד תורה לעמו ישר / sondern נותן התורה (s• die Begründung das.); ebenso in den Novellen (חידושים) zu ■ST־ TeßlaYII, 10 (Köbez I, fol. 52 a). Die ältere LA. נותן התורה in Berach. 11b — noch bezeugt von B. Ascher z. St., abweichend von raschi und Tossafot das. — lag also M. vor und muss auch in Mischneh torah, H. Tef. VII, 10 gelesen werden, wie noch R. meir hakohen, Verf. der הגהות מיימוניות, gelesen hat; denn die'Anm. $ daselbst gehört zu dem fälschlich durch המלמד תורה לעמו ישראל ersetzten ersten נותן התודה und ist nur durch die willkürliche Aenderung des Textes an eine falsche Stelle gerathen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.