Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
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57 hierher gehört1); c) Scharfblick2) undKlarheit des Verstandnisses3) oder die Fähigkeit, eine Sache schnell aufzufassen. — Die Untugenden dieses Vermögens sind der Gegensatz oder das Gegentheil hiervon. B. Die ethischen Tugenden kommen allein dem Begehrungsvermögen zu; die Empfindung der Sinne hingegen hat hierbei nur eine dienende Stellung dem Begehrungsvermögen gegenüber4). Die Tugenden dieses Vermögens sind sehr zahlreich, *) Die Annahme einer solchen gehört zn der oben (S. 51, A. 4) angeführten von Alexander VON apbrodisias herrührenden Auffassung. Ihm zufolge ist der vous nicht, wie nach Aristoteles, von der übrigen Seele getrennt und von aussen hinzugekommen, sondern ursprünglich nur eine Anlage, vo.De 6X1x0? xal cpuatxo?. Durch den Gebrauch («das wirkliche Denken,» oben a. a. 0.) entwickelt, wird er zu wirklieh er Denkthätigkeit, vou? £7cCxt7)tos oder voo? xatf s£1v, erhoben (s. Zeller III2, 1, S. 712; scheyer, Psychol. Syst. d. Maim. S. 88 f.). M. lehrt deshalb: Das in der Ausübung wirklich begriffene Denkvermögen des Menschen nehme die Formen der sinnlichen Natur sowie die Erkenntniss Gottes und der höheren Wesen (Sphären und Sphärengeister) in sich auf und mit diesen Anschauungen eins geworden, lebe es als «Form der Seele» oder als «angeeignete Vernunft» unsterblich fort (Jes. hat. IV, 8. 9; Teseh. VIII, 8; Mor. I, 68. 72; III, 8). 2) &T£^0ia bei arist. (NE. VI, 10), erklärt als suaToyta ׳ns, als eine Art des richtigen Errathens, oder genauer Anal. post. I, 84: euaxoyia n? ev dcxemrip ypovu* toö piaou, ein richtiges Treffen des Mittelgliedes (im Syllogismus) in kürzester Frist. — Tibb.: לזכות התבונה den neueren Talmudausgaben fälschlich זכוה התכונה; vgl• den Gegensatz ומיעוט ההבנה ודוחק התבונה in Peräk. vn Anf. 3) auvsai? bei arist. NE. I, 18 g. E., näher erläutert VI, 11, wo dafür als gleichbedeutend suauveoia gesetzt wird. 4) Diese ausdrückliche Unterscheidung zwischen den sittlichen Handlungen, die der Empfindung und dem Begehren in gleicher Weise oben zugeschrieben worden sind (s. S. 54 u. das. A. 5 Schl.), und den Tugenden, für welche die Empfindung nur eine untergeordnete Bedeutung haben soll, ist vielleicht so zu erklären. Handlungen erfordern, wenn sie freiwillige und zur Verantwortung geeignete sein sollen, für ihr Zustandekommen nicht allein Trieb (Begehren) und Affeet (ops£t?, opexTtxov), sondern zugleich die Sinnesthätigkeit, da die durch die dpe£1? zur Handlung in Bewegung gesetzen Glieder des Körpers die leitende Mitwirkung der Sinne nicht entbehren können, dieselbe also als eine bewusste und gewollte nothwendig voraussetzen. Dagegen sind Tugenden und Laster Zustände und Eigenschaften der Seele (Perak. IV Auf.; Mül. %ig.t 14) oder näher des Gemüthes, das eben in der ope£1? als der Einheit von Trieb und Affeet sich bekundet, während von einer ethischen Tugend der Sinnesthätigkeit nicht geredet werden kann, da deren Vorzüge und Fehler, gleich denen des Denkvermögens, im Wahren und Falschen, Richtigen oder Unrichtigen, nicht abei