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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 73

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 73)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--072-2723014
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6§ schaffenheit der Luft, jenem Aussprache zufolge, der Bestimmung Gottes allein Vorbehalten1). Dass aber alles gesetzliche und gesetzwidrige Leben der Wahl des Menschen anheimfalle, besagt der angeführte Satz in Ueberem־ Stimmung mit den Aussprüchen der Bibel2). Die unter den Leuten verbreitete Redeweise, deren Anklänge auch bei Propheten und Weisen Israels sich finden: «Sitzen und Stehen und jede Bewegung des Menschen geschehe nach Gottes Willen» — ist ganz richtig, wenn sie nur nicht auf einzelne Acte, sondern auf das Thun des Menschen im Allgemeinen bezogen wird. Der emporgeschleuderte Stein3) fällt, wie wir mit gleichem Rechte sagen, nach dem Willen Gottes zur Erde; aber nicht zufolge eines einzelnen Willensactes in Gott, wie die Anhänger des Kalam irrthümlieh meinen4), sondern als Wirkung eines allgemeinen Naturgesetzes, des Gesetzes nämlieh von der Anziehungskraft des Erdmittelpunktes, welches, gleich allen Naturgesetzen, seinen Ursprung eben im Willen des Schöpfers hat, — wie denn das Walten fester Gesetze in der Welt eine in Schrift und Tradition herrschende Voraussetzung ist5). Ebenso ist Stehen und Gehen des Menschen insofern ein Ausfluss des göttlichen Willens, als das Gesetz der menschlichen Natur, nach eigner Willkür seine Ruhe oder Bewegung zu bestimmen, eben von Gott bei der Schöpfung der Welt gewollt und eingeführt worden ist6). ג) Vgl. Bescheid an d. Prosei. Obciäjali (Briefs., 48 a od. Kob. I, 84 a). 2) In diesem Sinne deutet M. hier und H. Tesch. V, 2 die Stelle Kl gl. 3, 38—40. — In H. Tesch. a. a. 0. ist übrigens vor או סבל wahrscheinlich □או חב ausgefallen. 3) Tibb.: שהשליך אבן אל האויר nach den alt. Drucken. 4) Mor. I, 73, sechste These. 5) M. führt zum Beweise Koh. 1, 9 sowie den talmudischen Ausspruch: «Die Welt geht ihren Gang» (עולם כמנהגו נוהג*• A&. sar. 54b) und die Erklärung der biblischen Wunder bei den talmudischen Weisen durch die Annahme einer bereits in der Schöpfungszeit getroffenen Bestimmung an (s. Abot V, 6 und M. sowie lipmann heller in Tossafot Jomtob das.; Beresch. r. V, angeführt Mor. II, 29 : 'א׳ד יונתן תנאים התנה הקב״ה עם הים שיהא נקרע לפני ישר^ וגו)• M•selb3t tritt in Mor. II, 29 dieser Auffassung der Wunder entgegen und hält sie seinerseits für vereinzelte und vorübergehende Eingriffe der unbeschränkten Macht Gottes, die das Naturgesetz für das Ganze und Bleibende nicht aufheben. 6) Diese geistreiche Umkehrung des Sinnes in der angeführten Redeweise , spricht M. in vollem Ernst aus und kommt darauf öfters zurück; so zu Abot IV,

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