Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
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61 fahren sei nachahmungswerth bei der Belehrung der Jugend und der ungebildeten Menge; da müssten bei völliger Unfähigkeit zu einer idealen Anschauung die äussern Beweggründe des Lohnes und der Strafe als einstweiliger Nothbehelf angewendet werden 1). — — * Der Begriff der Tugend ist uns bei den bisherigen Naehweisungen gelegentlich in den Worten des M. bereits aufgestossen; auch der Unterschied zwischen Tugenden des Denkens und Tugenden des sittlichen Lebens nebst Beispielen aus dem Kreise beider ist uns bei Gelegenheit der psychologischen Erörterungen im vorigen Capitel begegnet2). Nähere Nach Weisungen über den Tugendbegriff werden sich uns ebenso auf dem Wege weiterer Nachweisungen in den Worten unseres Autors darbieten. Es liegt aber kein zwingender Grund vor, dieselben gewaltsam aus dem Zusammenhänge der später folgenden ausführlichen Tugendlehre zu entfernen, um sie hier schon vollständig anzuführen. — Was hingegen ganz in diesen Theil der allgemeinen Ethik gehört und nunmehr den Abschluss dieses unseres Abschnittes bilden soll, ist die Lehre des M. von der Willensfreiheit des Menschen, deren Annahme alle wahre Ethik erst möglich macht und, wie wir gesehen haben, schon beim Begriffe des sittlichen Handelns vorauszusetzen war, inwiefern neben dem Bewusstsein die Wahl als ein Merkmal desselben genannt wurde. der irrigen Auffassungen hinsichtlich der eschatologischen Dinge in vier Klassen beginnt, gerade so wie M. in der Einl. zu Sank. X die Erörterung desselben Gegenstandes mit einer Theilung in fünf Klassen, natürlich mit veränderter Gruppirung und mit anderem Inhalte zufolge der Verschiedenheit seines Standpunktes und Bedürfnisses eröflhet. Auffallend stimmt in demselben Zusammenhange die Annahme beider überein, dass die Menschen schon in diesem Leben geistige Genüsse und Uebel gemeiniglich über die sinnlichen setzen. Uebrigens haben 6r. und seine genannten Nachfolger sich in der künstlerischen Ausführung eines Gleichnisses überboten, das schon Aristoteles {NE. X, 1) in aller Kürze angedeutet hatte: 810 TraiSsuouci too? veöds 01<m£0vTss (steuernd, lenkend) rjoov-fj *cd XuTTfl. — Vgl. oben S. 8 A. 5; S. 18 A. 5; S. 14 A. 7. ף Einl. zu Sank. X; H. Tesch. X, 5. 2) S. 56.