Mannheim
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  1. 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 27

    27 Bau begonnen, da ich dann beim Kalkschlagen und Steinefahren mit geschäftig war, und der Mauermeister, Bruder Herzer, war bereitmir in seiner Profession Unterricht zu ertheilen. Allein schon im März bekam ich eine andere Bestimmung, inde…

  2. 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 28

    28 auf meinen ganzen Lebensgang und erwäge, was der treue Heiland an mir gethan hat, so muß ich bekennen, er hat seine Verheißung: „Wer Weib oder Kinder verläßt um meinetwillen rc." an mir treulich erfüllt, und mir Alles reichlich wieder ge…

  3. 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 29

    29 in meinem Herzen: „Was weinest Du? steh mich an, Ich habe genug gethan für Dich!" O wle tröstlich ist mir jedesmal diese Stimme, die ich kenne; sie versichert mich, daß Jesu Herz noch für mich voll Liebe brenne; daß er unaussprechlich tr…

  4. 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 30

    30 Wir haben nur noch hinzuzufügen, daß wir die Leser dieser Zeilen in ihrem eigenen Interesse um direkte Bestellung dieses Lebensbildes ersuchen. Es ist für den ungewöhnlich billigen Preis von 1'/,—2 Silbergroschen (2 Pence) von dem Verein…

  5. 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 31

    31 Wären die finanziellen Verhältnisse der verschiedenen Religionsbekenntnisse die gleichen, so würden die Zahlen ganz andere sein. Wird die Zahl der Evangelischen zu Grunde gelegt, dann könnte es statt 4939 jüdischer Gymnasiasten nur 830, …

  6. 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 32

    als die der Christen ist, wird auch das Beispiel der Juden Berlins zu beweisen geeignet sein. Dort fanden stch (1867): 631,000 Evangelische, 41,000 Katholiken und 27,000 Juden. Aber während nur 258 christliche Familien Privaterzieher oder P…

  7. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 1

    Dibre Emeth Trimmen Wchhkhtit an Israeliten und Freunde Israels. In Verbindung mit I. -e le Roi, herausgegeben von - B» ®* Hautman«. M S u. 4. 1872. S8. Jahrgang. Regine Julie Jolberg, geh. Zimmern.*) ES ist ein reiches, wichtiges Leben, da…

  8. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 2

    34 Außenwelt, in der ich lebte, in einem großen Contraste stand. Da wir in keine Schule geschickt wurden, sondern immer Hauslehrer hatten, so kam ich auch mit anderen Kindern in keine Berührung. Eine alte Kindsmagd, die 34 Jahre bei meinen …

  9. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 3

    35 und oft verfolgte ich träumerisch mit meinen Blicken die dahinrauschenden Fluchen des Neckar. Meine lieben Eltern standen damals noch ganz auf dem Gesetz, und ich erinnere mich mit heiliger Ehrftircht, wie sie am großen Versöhnungstage i…

  10. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 4

    36 Ehrfurcht, ohne zu wissen, warum. Aber wenn ich auch an allem Aeußerlichen Antheil nehmen durfte, so erfüllte dennoch ein großer Schmerz meine Seele, weil ich ja innerlich doch keinen Antheil daran hatte; ich war und blieb voll Wehmuth u…

  11. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 5

    37 Haus kamen, zu unterhalten. Es wurde musicirt, wir lasen deutsche und andere Klassiker, auch die griechischen Tragödien lernte ich kennen; doch nie verlor sich ganz das Sehnen meines Herzens, und oft in stillen Stunden hieß es in mir: We…

  12. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 6

    38 Sittlichkeit vor ihren Augen und wurde durch sie von den Christen scharf unterschieden. Sie leidet aber mit den Ihrigen und freut sich mit ihnen, und sucht auch innerhalb der Grenzen ihres Geschlechts zu handeln. Der Zug ihres Herzens, d…

  13. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 7

    39 ihre Seelen wälzen, sie wähnen sich dadurch in seinen Augen zu zieren; die Schmach, die dem göttlichsten der menschlichen Dinge, dem Rechte, täglich in Wort und Zweifel angethan wird, das ist's was mich oft mit Trauer erfüllt." Die Frage…

  14. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 8

    40 regsamer junger Mädchen, die in einem Lese- und Arbeitskränzchen regelmäßig zusammenkamen. Man las hauptsächlich Shakespeare und arbeitete für nothleidende Familien oder arme Wöchnerinnen; doch war eS eine durchaus freie, keineswegs an V…

  15. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 9

    41 fallende Verheiratung ihres zum Christenthum übergetretenen Bruders Sigmund, damals Professor in Heidelberg, mit ihrer nächsten Freundin Caroline Walther. Es ist bezeichnend für die Braut, daß sie von dem jungen Professor und vr. juris d…

  16. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 10

    Zn demselben Jahre 1823 erkrankte vr. Neustetel an einem Katarrh, den er nicht genug beachtete. Derselbe, eine Nachwirkung einer früheren Lungenentzündung, schien bei der sonstigen Kraft und Gesundheit des Mannes nicht bedenklich. Mit der Z…

  17. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 11

    43 Absicht, die mein Mann gehabt hatte, Christ zu werden, und bat, ihn auf dem englischen Kirchhof beerdigen zu dürfen. Der Prediger war bereit, der Vorstand der Gemeinde schwieriger; nach langer Berathung wurde meine Bitte erfüllt, und am …

  18. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 12

    44 kam auch Jolberg dahin, wir empfingen einen kurzgcfaßten Ueberblick der Heilslehre, wurden am 18. September getauft und am 16. November 1826 ehelich verbunden. In der Taufe erhielt ich zu meinem Namen Regine noch den Namen Julie und mein…

  19. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 13

    45 Die Parteien des modernen Judenthums. Wiederholt ist in unserer Zeitschrift der Gestaltung des Parteiwesens unter den modernen Juden Erwähnung gethan. Bekanntlich sind es besonders zwei Richtungen, welche uns in demselben entgegentreten:…

  20. 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 14

    46 Hiervon abgesehen, erkennen wir innerhalb der gesammten Reform im Judenthume zwei Richtungen, welche wir die principielle und die casuistische nennen können. Machen wir uns dies deutlicher. Der Mosaismus enthält, wie es seiner Tendenz, e…