Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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27 Bau begonnen, da ich dann beim Kalkschlagen und Steinefahren mit geschäftig war, und der Mauermeister, Bruder Herzer, war bereitmir in seiner Profession Unterricht zu ertheilen. Allein schon im März bekam ich eine andere Bestimmung, indem mir angetragen wurde, in der hiesigen Tabaksfabrik einzutreten, wozu ich mich bereitwillig bezeigte. Anfangs ward mir diese Beschäftigung sehr schwer; nach und nach aber arbeitete ich mich mehr und mehr hinein, und nunmehr fühlte ich lnich bei derselben froh und zufrieden. Der Heiland bekannte sich zu meiner Hände Arbeit, und segnete das Geschäft; besonders stark war der Absatz an Schnupftabak, so daß ich bald 5 bis 6 Leute zur Hülfe bedurfte. Am 11. October 1803 wurde ich mit der ledigen Schwester Anna Margarethe Asmus zur heiligen Ehe verbunden, die mit 5 Kindern gesegnet war, von welchen jedoch 3 schon frühzeitig vollendet wurden. Im Jahr 1813 erkrankte meine treue Lebensgefährtin, und entschlief sanft und selig am 12. October, an dem nämlichen Tage, an welchem wir 10 Jahre früher unsere Hochzeit vergnügt gefeiert hatten. Da wir überaus vergnügt und glücklich mit einander gelebt hatten, so war der Trennungsschmerz für mich unbeschreiblich groß. Im April 1814 trat ich wieder in die Ehe mit der ledigen Schwester Johanna Christens, die mir aber nach 8 froh mit einander verlebten Jahren im April 1822 wieder von der Seite genommen wurde. Da mein Sohn schon eine Professton erlernt hatte, entschloß ich mich, meine Haushaltung aufzugeben, und erhielt auf meine Bitte ein Stübchen im Chorhaus der ledigen Brüder. — Seit geraumer Zeit war ich öfters von der Gicht hart heimgesucht worden; vornehmlich war dies der Fall im Frühjahr 1831, da ich 9 Wochen lang bettlägerig war. Ich wurde so contract, daß ich nur mit Hülfe der Krücken zu gehen vermochte, und folglich zu meinem Geschäft untüchtig ward. Da ich bereits 38 Jahre in der Tabaksfabrik gedient hatte, so wurde ich mit Pension in den Ruhestand versetzt, wofür ich von Herzen dankbar bin. Wenn ich nunmehr in meinem Alter einen Blick zurückwerfe