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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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29 in meinem Herzen: „Was weinest Du? steh mich an, Ich habe genug gethan für Dich!" O wle tröstlich ist mir jedesmal diese Stimme, die ich kenne; sie versichert mich, daß Jesu Herz noch für mich voll Liebe brenne; daß er unaussprechlich treu, daß er auch mein Heiland sei. Und so gehe ich meinen Gang gewiß, und weiß, daß ich durch keinen Riß mich von der Hand, die nie läßt gehn, getrennet werde sehn! Wenn ich nun an mein Abscheiden von dieser Erde denke, so ergreift mich nicht mehr Furcht und Zittern, wie zuvor unter den Juden; nein, ich begehre aufgelöst zu werden und bei Christo, meinem Herrn, zu sein. Ja, Freude und Wonne umgibt mich, wenn ich nur daran denke; denn sollte ich nicht über das Abscheiden von dieser Erde fröhlich sein? genieße ich doch schon hier den himmlisch süßen Vorschmack von der ewigen Ruhe. Ach, wie viel mehr, wenn nach diesen schönen Tagen ich auch werde heimgetragen in des Hirten Arm und Schooß; Amen, ja, mein Glück ist groß." Soweit er selbst. Bei seinem Begräbniß wurde von Seiten seines Seelsorgers noch Folgendes hinzugefügt: „So wie der selige Bruder die Gnade und Treue des Heilandes während seiner langen Wallfahrt hienieden auf eine ausgezeichnete Weise erfahren, so offenbarte sich die Gnade Jesu aufs herrlichste an ihm bis an sein Lebensende. Im Glaubensumgang mit dem Heiland und in unfern Versammlungen fand er Weide und Stärkung für sein Herz, wie er denn noch am 6. März der Passtonöbetrachtung beiwohnte. Dies war sein letzter Ausgang. Tags darauf fühlte er sich unwohl. Eine Lungenlähmung führte ihn schnell seiner Vollendung entgegen. Ohne Schmerzen lag er da, und erklärte, daß er mit Freudigkeit auf das vollgültige verdienstliche Leiden und Sterben Jesu von hinnen scheiden könne; der Heiland werde Alles wohl machen. — Am 10. März 1839 Abends trat der selige Moment ein, da er vom Glauben zum seligen Schauen gelangte, nach einer Wallfahrt hienieden von 77 Jahren, 2 Monaten und 2 Wochen."

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