Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 3-4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 regsamer junger Mädchen, die in einem Lese- und Arbeitskränzchen regelmäßig zusammenkamen. Man las hauptsächlich Shakespeare und arbeitete für nothleidende Familien oder arme Wöchnerinnen; doch war eS eine durchaus freie, keineswegs an Vereinsarbeit erinnernde Thätigkeit. Das Material lieferte unverdrossen und umsonst der Vater Zimmern. Zu den innigsten Freundinnen aus diesem Kreise zählte die junge Frau vor Allem eine christliche Jungfrau Caroline Walther, ihre nachmalige Schwägerin, welche Reginens Bruder Sigmund Zimmern während eines Aufenthaltes bei seiner Schwester kennen lernte. Mit ihr hat sie sich und bis ins Greisenalter hinein in stets zunehmendem Maße auf dem Grunde gemeinsamen Glaubens znsammengefunden. Neues Leben brachte in den Familienkreis die Geburt des ersten Kindes 1822, eines Töchterleins Mathilde. Die glückliche Mutter schreibt einen Monat danach in ihrem Tagebuche: »Ich bin Mutter, mein Kind blickt zu mir auf, und sein unschuldig Auge spricht: Du hast mir das Leben gegeben; daß ich das Licht erblicke, danke ich dir, gieb mir auch das Leben, das höher ist als jenes; zeige mir den engen Pfad, auf dem ich gehen soll zum Vater! ... .Ich will dich lieben, mein Kind, nur für dich will ich leben. Du hast mich gewiß nicht verlassen, o Vater, du hast mir ein Kind geschenkt, du wirst mir auch Wärme und Kraft geben, es zu beglücken, sein Gemüth dem Höchsten zu öffnen." Alles, waS sich durch Nachdenken und Beobachtung wie durch Lectüre (z. B. Pestalozzi, Jean Pauls Levana und Rousseau) in ihr zu einem Erziehungsplane gestaltet hatte, suchte sie bei der Entwickelung ihres Kindes in Anwendung zu bringen. Die heilige Schrift, später von ihr aus eigener Erfahrung als die Quelle ver höchsten ErziehungSweiSheit gepriesen, kannte sie damals noch nicht genügend; unter allem Jrrthümlichen, das sie von jenen Meistern ernte, bewahrte sie aber die Mutterliebe und ihr Gefühl für das Einfache, Naturgemäße und Wahre vor zu starken Mißgriffen. 1823 wurde ihr ein zweites Töchterlein Emma geschenkt, ihre spätere treue Mitarbeiterin an dem Erziehungswerke, daß sie an so vielen fremden Kindern übernahm. Wichtig für ihre innere Entwickelung wurde die in diese Zeit