Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 3-4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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43 Absicht, die mein Mann gehabt hatte, Christ zu werden, und bat, ihn auf dem englischen Kirchhof beerdigen zu dürfen. Der Prediger war bereit, der Vorstand der Gemeinde schwieriger; nach langer Berathung wurde meine Bitte erfüllt, und am andern Morgen geleiteten die anwesenden Engländer mit dem englischen Prediger feierlich die Leiche auf den englischen Friedhof. Auf meine Trauerbotschaft erschien einer der Hanauer Oheime, um mir den nöthigen Beistand zu leisten und mich nach Hause zu geleiten. Aber welche Scene des Entsetzens, als er an das Grab geführt sein wollte und dies auf dem englischen Kirchhofe fand! An dem Allen sind Sie schuld, sagte er, ja er wollte ihn sogar ausgraben und unter jüdischen Ceremonien auf dem jüdischen Kirchhofe begraben lassen. Da gebrauchte ich denn doch meines Rechtes und erklärte ruhig, aber bestimmt, daß es mein Mann gewesen, und darum auch nichts in dem Geschehenen geändert werden solle! Daß die Heimreise neben dem Schmerzlich-betrübten in der Begleitung des Oheims auch etwas Beengendes hatte, bedarf kaum der Erwähnung. Ebenso war der Empfang in der Hanauer Familie ein verlegener und kühler. Nach Regelung meiner dortigen Verhältnisse zog ich daher mit den Kindern nach Heidelberg. Hier blieb ich bis 1826. Das Verlangen, mit meinen Kindern zum Christenthum überzugehn, beschäftigte meine Gedanken fortwährend, und ich dachte auf Mittel der Ausführung. Da ich gar keinen christlichen Geistlichen kannte, so folgte ich dem Rath einer Freundin, die mit dem evangelischen Pfarrer des Dorfes Gemmingen befreundet war, uns dorthin zu begeben und uns daselbst in der Stille unterrichten und taufen zu lassen. Inzwischen war ich mit unserem früheren Hauslehrer, Salomon Jolberg, der dasselbe Verlangen in sich trug, und der mir seine lang genährte Neigung zu mir ausgesprochen hatte, in Correspondenz getreten. Er befand sich damals in Berlin, um seine philosophischen und pädagogischen Studien zu vollenden. Pfarrer Stock- Hause« und seine Familie nahmen mich und meine Kinder freundlich in Gemmingen auf. Dort verweilten wir 6 Monate. Später