Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Wären die finanziellen Verhältnisse der verschiedenen Religionsbekenntnisse die gleichen, so würden die Zahlen ganz andere sein. Wird die Zahl der Evangelischen zu Grunde gelegt, dann könnte es statt 4939 jüdischer Gymnasiasten nur 830, und wird die Zahl der Katholiken als Maßstab betrachtet, so könnte es nur 561 jüdische Gymnasiasten geben; es sind also 6mal mehr jüdische Gymnasiasten als evangelische und 9 mal mehr als katholische vorhanden. Die Vorschulen der Gymnasien zählen 6250 evangelische, 609 katholische und 816 jüdische Schüler, d. h. 6 mal mehr als Evangelische, 23 mal mehr als Katholiken. Wo man 125 oder 35 Juden erwartete, findet man 816. Die Progymnasten zählen 1783 Evangelische, 1891 Katholiken und 310 Juden. Also statt 95 oder 74 vielmehr 310, d. h. dort 9 mal und hier 4 mal mehr Juden. In den Realschulen erster Ordnung gibt es: 20,120 Evangelische, 3017 Katholiken und 2064 Juden. Wiederum für entweder 404 oder 118 Juden deren 2064, d. h. 5 oder 18mal mehr. Die Realschulen zweiter Ordnung und ihre Vorschulen enthalten: 3201 Evangelische, 269 Katholiken und 928 Juden. Also statt 64 oder 10 Schülern vielmehr 928, d. h. 14 mal und 92 mal mehr. Die höheren Bürgerschulen zählen: 6866 evangelische, 1314 katholische und 502 jüdische Schüler. Das Verhältniß der beiden ersteren würde entweder nur 138 oder 51 jüdische Schüler erwarten lassen. In Summa werden die sämmtlichen höheren Unterrichts- Anstalten Preußens besucht von: 78,195 evang., 21,572 kathol. und 9,554 jüdischen Schülern. Statt dieser 9,554 würde man nur 1570 oder 845 erwartet haben; es sind von jüdischen Schülern also 6 mal mehr als von evangelischen, und 11 mal mehr als von katholischen vorhanden. Oder während unter 200 Evangelischen und unter 370 Katholiken Einer den höheren Unterricht genießt, ist dies bereits bei dem 33ten Juden der Fall. Aus diesen Zahlen geht ziemlich deutlich der höhere oder geringere Wohlstand innerhalb der verschiedenen Religionsgemeinschaften hervor. Weitaus die Reichsten sind in Preußen die Juden, ihnen folgen die Evangelischen, und diesen erst die Katholiken. Die Juden selbst dagegen verbergen diesen Thatbestand gern durch ihre eigenthümlichen Schlußfolgerungen. Was lediglich und allein Folge' ihrer finanziell besseren Lage ist, erklären sie aus ihrem großen Bildungstriebe. Denn, leider muß es gesagt werden, sie schlagen aus Allem und Jedem Kapital für ihre Vortrefflichkeit. In welchem Maße ihre ganze Lebenssituation aber eine bessere