Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Wir haben nur noch hinzuzufügen, daß wir die Leser dieser Zeilen in ihrem eigenen Interesse um direkte Bestellung dieses Lebensbildes ersuchen. Es ist für den ungewöhnlich billigen Preis von 1'/,—2 Silbergroschen (2 Pence) von dem Verein für Schriften aus der Brüdergemeinde zu Nisky (Schlesien) per Adresse des Herrn Prediger Bernhard Christoph daselbst zu beziehen. Der' höhere Unterricht und die preußischen Juden. Welch einen ungeheuren Umschwung die äußere Lage der Juden in Preußen gewonnen hat, ersieht man aus der unverhältnißmäßig großen Zahl in ihrer Mitte, welche ihren Kindern einen höheren Unterricht geben zu lassen im Stande sind. Eine umfangreichere Bildung ist die unerläßliche Bedingung für jede Geltung und für jeden Einfluß in unseren gegenwärtigen Verhältnissen. Große Theile der christlichen Bevölkerung bedauern es mit tiefem Schmerz, daß ihre äußere Lage sie geradeswegs verhindert, etwas mehr für die Ausbildung ihrer Kinder zu thun. Den Juden ist es dagegen gelungen, einem viel bedeutenderen Procentsatz der Ihrigen auskömmlichere und behaglichere äußere Verhältnisse zu schaffen; der Wohlstand in ihrer Mitte läßt gar keinen Vergleich mit dem der christlichen Bevölkerung aufkommen. Das innormalste Verhältniß findet zwischen der Zahl der Bemittelten aus jüdischer und auf christlicher Seite Statt. Das spiegelt sich recht deutlich auch in dem Besuch der höheren Lehranstalten ab. Das Centralblatt für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preußen gibt über den Gegenstand interessante Aufschlüsse. Nach der letzten Zählung (1867) gab es in Preußen: 15,614,890 Evangelische, 7,950,679 Katholiken und 313,156 Juden. Die jüdische Bevölkerung vertheilre sich dann wieder in sehr verschiedener Dichtigkeit nach den Provinzen in folgender Weise: Posen 65,508 (d. 23. Bew.) Schlesien 44,822 (d. 60. Bew.), Preußen 39,541 (d. 78. S3en>.) s Brandenburg 89,082 (b. 60. Bew.) % Rheinprovinz 36,822 (b. 90. B ew.) - Hessen-Nassau 34,683 (b. 40. Bew.) Westphalen 17,051 (b. 100. Bew.) Pommern 13,049 (b. 110. S3etü.),0 Hannover 12,339 (b. 157. Bew.)^ Sachsen 5,967 (b. 349. Bew.) jf Schlesw.-Holst. 4350 (b. 225. Bew.) Hohenzollern 884 (.b. 70. Bew.) Im ganzen Staate ist der 76. Einwohner ein Jude. Nun wurden die Gymnasien besucht: von 39,975 evangelischen, 14,477 katholischen und 4939 jüdischen Schülern.