Mannheim
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  1. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 14

    14 bestimmt ist. Für den Lehrer gestaltet sich diese Aufgabe näher dahin, seine Miltheilung in derjenigen Form und Weise zu geben, welche dem jugendlichen Geist nach seinen verschiedenen Alters- und Bildungsstufen am meisten entspricht. Abe…

  2. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 15

    … denselben und kann in Wahrheit nicht gelehrt werden, obwohl die Pädagogik und Methodik auch dem minder begabten Lehrer allerhand Mittel an die Hand gibt, dieselbe auch ohne die natürliche Begabung in geeigneter Weise zu lösen. Was den Lehrer von Be…

  3. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 16

    16 künstlerische. Es ist das Seelenverständniß, das den Dichter macht und das daher den: Lehrerberuf seine poetische Weihe und den Reiz eines poetischen Schaffens gibt. Der Lehrer soll den Gegenstand seines Unterrichts zum lebendigen und bl…

  4. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 17

    17 Hieran knüpft sich in natürlicher Weise die Doppelaufgabe den Gesammtstofs eines Unterrichtsgebiets eben so wohl nach der sachlichen Zusammengehörigkeit seiner Elemente, wie nach der jedesmaligenFassungskraft des Schülers auf den verschi…

  5. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 18

    18 Gleichartigkeit der Entwickelungsstufe, aber doch unmöglich Gleichheit des Wissens und der Begabung, Gleichheit der Kraft und des Willens zur ausnehmenden Selbstthätigkeit vorausgesetzt werden kann. Die Aufgabe, die so zu einer Klasse ve…

  6. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 19

    19 Gebiet führt. Ein Andrer wird in strengster Pflichterfüllung die Aufgabe feines Unterrichts nicht eher für gelöst halten, ehe er sich nicht überzeugt hat, daß alle feine Zöglinge sich denselben angeeignet haben. Er wird den Ton und das M…

  7. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 20

    20 Farben erscheinen. Der rechte Weg ist derjenige, der nicht etwa in der Mitte zwischen diesen liegt, sondern sie alle umfaßt. Das Mittelmaaß muß freilich die Grundlage des Unterrichts bilden; aber die Schwachen dürfen nicht aufgegeben, di…

  8. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 21

    ~~ 21 tit den Vordergrund gestellt haben, so wollten wir damit keines- Weges behaupten, daß selbst für den Begabtesten die vertraute Bekanntschaft mit den Lehren und Vorschriften dieser in neuerer Zeit so erfreulich sich entwickelnden Wisfe…

  9. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 22

    22 3. D«s Bilden und Erziehen. Kein Unterricht erfüllt seine Aufgabe, der nicht zugleich dem Zweck der Gesammt-Bildung und Erziehung des Zöglings dient. Die Schule mag sich neben ihrer bestimmt abgegrenzten Lehrtätigkeit die erziehliche Auf…

  10. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 23

    - 23 - gesammte geistige Bildung und Entwickelung zu streben und ohne zu fühlen, daß er für seinen Zweck derselben bedürfe; wer ferner glaubt, er könne durch seinen Unterricht die gesammte geistige Entwickelung seines Zöglings fördern, ohne…

  11. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 24

    24 Anrecht der elterlichen Autorität für sich in Anspruch nähme, die doch auf keiner andern Grundlage als auf der Uebernahme der elterlichen Pflichten beruhen kann? Autorität ist daher das erste Erforderniß für die gesammte Wirksamkeit des …

  12. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 25

    25 Richtung von jedem Mißtrauen gegen sich selbst und gegen seine Zöglinge zeigt, je sichrer im Gefühl seiner geistigen und sittlichen Ueberlegenheit über dieselben, je sichtbarer seine disziplinarischen Anordnungen nur dazu bestimmt sind, …

  13. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 26

    26 und Warnungen, Tadel und Strafen. Es $ nicht die Macht des Beispiels allein, durch welche der Lehrer in dieser Weise eine beherrschende Autorität über das Kind gewinnt; es ist noch mehr die Macht der sittlichen Werthschatzung, die ihm de…

  14. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 27

    27 toritat, zumal wenn sie, wie nicht selten, mit schnellen Ueber-- gangen in schonende Nachgiebigkeit verbunden ist. Ruhige Festig? keit, die sich von keinem Widerstand erschüttern läßt und auch in der Erregung einer gerechten sittlichen E…

  15. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 28

    - 26 Gegenlohn gewährt, ist nicht von der sichern Grundlage der Achtung getragen. Und der Lehrer, der in diesem Sinne um die Gunst und Liebe seiner Zöglinge wirbt, wie lauter auch seine Motive, wie edel seine Mittel seien, wird den erstrebt…

  16. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 29

    29 etwa bestimmte Zeilen oder Tagesstunden dem Erziehen widmen, oder auch nur ohne bestimmte Veranlassung erziehliche Ansprachen oder Vorträge an das Kind richten wollte. Erziehung ist vielmehr die sorgsame Wachsamkeit darüber, daß alles Th…

  17. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 30

    30 möglich, der sich gewöhnt hat sein Wissen sofort zu seinem freien Eigenthum zu machen, über das er mit Sicherheit gebietet, wenn es in Wort oder That sich ausprägen soll. Die häusliche Aufgabe erfordert Fleiß und Sorgsamkeit, Pünktlichke…

  18. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 31

    31 lung jedes einzelnen Vergehens entgegenwirken. Er wird seine Ermahnung oder seine Strafe so einrichten, daß der Schüler den Fehler seines Charakters als die Ursache derselben erkennt und denselben daher zu bekämpfen und abzulegen sich be…

  19. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 32

    32 nähme für ihn, für sein Wohlergehen, für seine geistige Ausbildung und für feine sittliche Veredlung fühlen und erkennen. Der Lehrer aber, der dies Interesse für feinen Schüler nicht empfindet, wird in Wahrheit niemals eine erziehliche W…

  20. 1864-01-01 · 1864 · p. Seite 33

    33 geben wollte sie zu überwinden, mich vielleicht weniger an die Lehrer als an die Eltern wenden, die nur zu häufig den besten Absichten der Schule nicht nur nicht entgegenkommen, sondern ihrer Autorität durch mißachtende Urtheile über den…