Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 30)
- Language
- German
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26 und Warnungen, Tadel und Strafen. Es $ nicht die Macht des Beispiels allein, durch welche der Lehrer in dieser Weise eine beherrschende Autorität über das Kind gewinnt; es ist noch mehr die Macht der sittlichen Werthschatzung, die ihm der Lehrer abnöthigt, und für welche die Jugend die ungefalschteste Würdigung in sich trägt. Die Nöthigung des Lebrers zur strengsten Pflichterfüllung in seinem Beruf ist darum eine dringendere, als in jedem andern Stande, weil jede Abweichung von derselben, unter dem scharfe:: Auge und dem unerbittlichen Urtheil der Zugend, zugleich zu einem unersetzlichen Verlust des sittlichen Ansehens führt, das die Grundlage seiner Wirksamkeit bildet. 3) Der Lehrer, der geistige und sittliche Herrschaft über seine Zöglinge üben will, muß fest und sicher sein in der Herrschaft über sich selbst. Der Lehrer muß diese ruhige und selbstgewisse Beherrschung seiner selbst nach allen Richtungen seines Thuns bekunden. Er muß vor Allem Herr sein über den Unterricht und sich durch Nichts in demselben beirren und zerstreuen, von dem vorgezeichneten Gange desselben ablenken lassen, wie vielfach ihn: auch die Fragen und Antworten der Schüler zu episodischen Exkursen Anlaß geben. Er nmß Herr sein seiner Sprache, nicht nur durch Sicherheit in Ausdruck und Darstellung, sondern auch in der Beobachtung des nöthigen Maaßes von Kraft in der Stimme und im Rythmus der Rede, die er nach Bedürfniß steigert und mäßigt, je nachdem die Wirkung die eine oder die andre sein soll. Er muß Herr sein über seine Bewegungen und selbst über kleine Angewöhnungen in Gang und Rede, in Handbewegung und Mienenspiel, im häufigen Gebrauch einzelner Worte,. die dem muthwilligen Schüler nur zu leicht als Schwächen erscheinen und wohl gar zum Gegenstand spöttelnder Nachahmung werden. Er muß vor Allem Herr sein seiner Leidenschaften und insbesondre derjenigen, zu denen ihm die Thätigkeit in der Schule am häufigsten Anlaß geben könnte. Schnell aufbrausende Heftigkeit, die den Lehrer leicht zu momentaner Ungerechtigkeit und Härte in Wort und That verleiten könnte, ist der gefährlichste Feind seines Ansehens und seiner An-