Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 18)
- Language
- German
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14 bestimmt ist. Für den Lehrer gestaltet sich diese Aufgabe näher dahin, seine Miltheilung in derjenigen Form und Weise zu geben, welche dem jugendlichen Geist nach seinen verschiedenen Alters- und Bildungsstufen am meisten entspricht. Aber die Aufgabe des Lehrerberufs stellt auch die weitere Forderung an denselben, diese Uebertragung seines Wissens und Anschauens so zu gestalten, daß der Besitz desselben dem Empfangenden zum lebendigen und bleibenden Eigenthum wird. Endlich wird aber die Lehrtätigkeit der Schule und ihr Charakter noch dadurch bestimmt, daß 1) dem Schüler nicht einzelne Mittheilungen und Belehrungen, sondern ein zusammenhängendes und daher wohlgeordnetes und abgestuftes Wissen gegeben werden soll und daß 2) jederzeit eine Anzahl ungleich begabter und entwickelter Schüler gleichzeitig unterrichtet werden muß. Ersteres erfordert eine Ordnung und Vertheilung des Lehrstoffs, welche einerseits durch das Wesen und den innern Zusammenhang dieses Stoffes selbst, andrerseits durch das Maaß der geistigen Entwickelung bestimmt wird, das für jede Lehrstufe vorausgesetzt wird. Letzteres verlangt eine äußere und innere Behandlung des Unterrichts, durch welche derselbe Allen in entsprechender Weise zugewendet wird, und welche einerseits die Gleichartigkeit Aller voraussetzt, andrerseits die Besonderheit der Einzelnen nicht unbeachtet läßt. — Diese verschiedenen Aufgaben des Lehrens im Allgemeinen und des Schulunterrichts insbesondere erfordern eine entsprechende Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die wir nacheinander in's Auge fassen wollen. Der Lehrer muß vor Allem im Stande sein, sich mitzutheilen. — Er muß sich über das, was er fühlt, denkt, wech uno will, was er innerlich und äußerlich erlebt, was er durch eigne Anschauung oder indirekt erfahren, bestimmt, klar und faßlich auszudrücken wissen. Er muß in seinem Wissen und Woll.n klar, im Gebrauch der Sprache sicher und gewandt sein und endlich auch das, was er sagt, deutlich uud richtig ausr sprechen. — Das ist wenig gefordert und wird von Jedermann als unerläßlich anerkannt werden; aber es wird auch von Jedermann zugestanden werden müssen, daß so mancher Lehrer hinter