Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 36)
- Language
- German
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32 nähme für ihn, für sein Wohlergehen, für seine geistige Ausbildung und für feine sittliche Veredlung fühlen und erkennen. Der Lehrer aber, der dies Interesse für feinen Schüler nicht empfindet, wird in Wahrheit niemals eine erziehliche Wirkung auf seinen Zögling ausüben, wenn es ihm mich durch pädagogischdisziplinarische Mittel gelingt, ihn zur Ablegung dieses oder jenes Fehlers — wenigstens für die Zeit, in der er unter seiner Kontrole steht — zu veranlassen. Es kann hier nicht meine Absicht sein, alle Anforderungen aufzuzählen, welche diese Seite seiner Aufgabe an den Lehrer stellt. Ich müßte denn eine vollständige Erziehungslehre schreiben, um die Art und Weise festzustellen, wie jede Tilgend gepflegt, jeder Fehler bekämpft werden soll, wie in der erziehlichen Wirksamkeit des Lehrers und des Vaters, Liebe mit Strenge, Nachsicht mit Konsequenz zu vereinen, wie Lob und Tadel, Lohn und Strafe mit Maaß und Umsicht in rechter Weise zu vertheilen, wie insbesondere die Strafe niemals als Selbstzweck, sondern immer nur als natürliche Wirkung des Vergehens — als Mittel zur Heilung von dem Fehler, aus dem es entsprungen ist, erscheinen müsse. Ich will daher nur einiges hier hervorheben was der erziehlichen Wirksamkeit der Schule eigenthümlich ist und daher die besondre Beachtung des Lehrers erfordert. Die Erziehung in der Schule und durch die Schule ist nur ein Theil der Gesammterziehung, deren Hauptgebiet die Familie, das Elternhaus ist und bleiben muß. Es ist daher eine Hauptaufgabe des Lehrers: die Erziehung der Schule und des Elternhauses in stetem Einklang miteinander zu erhalten, damit die Wirkung der einen nicht durch die der andern gestört, getrübt oder gar aufgehoben werde. Das heißt nicht, daß die Schule rmd der Lehrer sich immer nach der häuslichen Erziehung richten und auch die Fehler und Mängel derselben annehmen, sondern umgekehrt, wo er sie erkannt hat, möglichst auf Beseitigung derselben hinwirken und sich über die Behandlung seines Zöglings stets in geeignetes Einvernehmen mit den Eltern setzen müsse. Ich weiß die große Schwierigkeit dieser Aufgabe wohl zu würdigen und müßte, wenn ich die Mittel an-