Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9643703-7658321--483-7658348- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
25 Richtung von jedem Mißtrauen gegen sich selbst und gegen seine Zöglinge zeigt, je sichrer im Gefühl seiner geistigen und sittlichen Ueberlegenheit über dieselben, je sichtbarer seine disziplinarischen Anordnungen nur dazu bestimmt sind, die Würde der Schule und des Unterrichts zu wahren, je unzugänglicher er auch in seinen Mahnungen und Strafen gegen das Gefühl persönlicher Derletztheit erscheint, um so leichter und sicherer wird er auch den hier und da auftauchenden Geist des Widerspruchs und des Widerstandes gegen die Unterordnung unter eine höhere Autorität Niederhalten. Denn wenn der Schüler fühlt, daß der Lehrer sich ihm ganz hingibt und durch seine Wirksamkeit nur ihm dienen will; daß Alles, was von ihm gefordert wird, nur in seinem eignen Interesse, nicht auch in irgend einem Interesse des Lehrers geschehen soll, so wird die Macht des sittlichen Uebergewichts die natürliche Ehrfurcht vor dem Amt und der Person des Lehrers auch in denjenigen Schülern wiederherstellen, in denen dieselbe durch schlechte Erziehung oder schlechtes Beispiel verloren gegangen ist. Es gibt kein disziplinarisches Mittel für den Lehrer, sich Autorität zu erzwingen, noch weniger sich die Autorität wiederzuverschaffen, die einmal erschüttert oder verloren ist. Das Amt ist die Quelle, die Wirksamkeit innerhalb seines Berufs der Träger derselben, die persönliche Haltung des Lehrers gegen seine Schüler muß ihr Hüter sein. 2) Der Lehrer sei von unerbittlicher Strenge gegen sich selbst in Uebung seiner Berufspflicht auch in den unscheinbarsten Anforderungen derselben, und es wird seinem Wort niemals an der gebührenden Autorität fehlen, wenn er von seinen Schülern die strenge Erfüllung ihrer Pstichten fordert. — Pünktlichkeit im Beginn des Unterrichts und ununterbrochener Eifer im Verlauf desselben, sorgsame Beachtung jedes Schülers und jeder Antwort nach ihrem Werth und Unwerth; planmäßige Vorbereitung für den Unterricht und volle Sicherheit in der Ertheilung desselben, Regelmäßigkeit in den Aufgaben, Präzision in der Rückgabe äbgelieferter Arbeiten, Sorgfalt und Sauberkeit in den Korrekturen sind bessere Disziplinarmittel zur Aufrechthaltung der Autorität des Lehrers, als Vermahnungen